Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns.
- Victor von Bruns
- Date:
- 1859
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Credit: Die Durchschneidung der Gesichtsnerven beim Gesichtsschmerz / von Victor von Bruns. Source: Wellcome Collection.
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![die Kranke sich schon geheilt glaubte, allein in kürzester Zeit kehrten die Schmerzen in ihrer ganzen früheren Heftigkeit wieder. Downing (Neuralgia: its various form«, pathology and treatment. Lon- don 1851. pg. 156) erwähnt ganz kurz als Beleg gegen den Nutzen der Neurofomie eines Kranken mit Gesichtsschmerz, dem von einem berühmten Wundarzte Londons zu fünf verschiedenen Zeiten oberflächliche Zweige des zweiten und dritten Hauptasles des Quintus durchschnitten worden sind. Jede Operation hatte sogleich vollständiges Aufhören der Neuralgie zur Folge, was ungefähr drei Monate lang andauerte, dann kamen aber die Schmerzen so heftig als vorher wieder. d) Aussclineidung^ eines Stückes aus dem UTerven. Dieses Verfahren ist zwar unter allen hier unter nr. 1 angeführten Operationsweisen das umständlichste, verdient aber dennoch vor allen diesen den Vorzug, da es einerseits am besten gestattet, sich von der vollständigen Erreichung des Operations- zweckes zu überzeugen, und andererseits die meiste Sicherheit gegen eine durch Wiederw^achsung der beiden getrennten Nerven- enden bedingte Wiederkehr des Uebels gewährt. Am zweckmässigsten wird in folgender Weise verfahren. Man beginnt mit einem drei Centimeter langen Schnitte, welcher an derselben Stelle und in derselben Richtung, wie pg. 880 angegeben, geführt wird, jedoch nur durch die Haut bis in das Unterhautzellgewebe dringt. Während nun ein Gehülfe die W^und- ränder aus einander zieht und durch fleissiges Auftupfen die Wunde möglichst frei von Blut zu halten sucht, dringt der Ope- rateur mit seichten Messerzügen schichtenweise in die Tiefe vor bis zum obern Rande des genannten Loches, der durch das Gefühl leicht erkannt werden kann (s. pg. 875). [Die Gewebs- schichten, welche bei diesen Schnitten getrennt werden, sind zunächst die tieferen Schichten des subcutanen Fettzellengewebes, in welchem noch einzelne Faserbündel von der äussern Portion des Musculus orbicularis palpebrarum hinabragen, während der ebenfalls in dieser Schichte, jedoch näher nach der Nase zu gelegene Anfangtheil der Vena facialis geschont werden muss; sodann eine dünne fascienartige Zellgewebsausbreitung, welche unmittelbar auf dem M. levator labii superioris aufliegt, dessen durch ihren geraden Lauf nach unten leicht erkennbare Fasern fast rechtwinklig von dem Messer getrennt werden.] Jetzt wird bei nach abwärts gezogener Oberlippenhälfte durch sorgfältiges Prä- pariren mit Messerspitze und Pincette das aus dem Loche hervor- tretende Nervenbündel eine Strecke weit von dem es umgebenden](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21044077_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)