Klinische Würdigung einiger experimenteller Ergebnisse beziehentlich der Physiologie der Uteruscontraction / von E.M. Kurdinowski.
- Kurdinovskii, Evgenii Mitrofanovich, 1874-
- Date:
- [1906?]
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Credit: Klinische Würdigung einiger experimenteller Ergebnisse beziehentlich der Physiologie der Uteruscontraction / von E.M. Kurdinowski. Source: Wellcome Collection.
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![einfacher Beobachtung als auch mit Hilfe der Kurven, vollkommen überzeugt, dass der Effect des durch Wärme (ebenso wie durch Kälte) hervorgerufenen Reizes hauptsächlich von jenem Stosse ab- hängig ist, welcher durch eine bedeutende, scharf auftretende Tera- peraturschwankung herbeigeführt wird. Um eine solche Schwankung bezw. Contraction hervorzurufen, genügt, streng gesagt, die Be- rührung einiger Tropfen heissen (40°) Wassers mit dem Uterus schon während einiger Secunden (15—20 Sec.), um den Effect noch sehr lange nach dem Aufhören des Reizes zum Ausdruck zu bringen. Mit einem Worte, wenn man in der Praxis das, was das Experiment lehrt, benutzen will, so müsste man die heissen Douchen im allgemeinen in Form von wirklich heissen Einspritzungen (von 39°—40° und noch höherer Temp.) von kurzer Dauer (V4—1 Min.) und unter minimalem Drucke anwenden. Die .Menge des Wassers spielt hierbei keine Rolle und kann zehnmal geringer sein, als die gewöhnlich ange- wendete. Hinsichtlich der Dauer der Anwendung jeder einzelnen heissen Douche ist es angebracht, daran zu erinnern, dass Runge, gestützt sowohl auf seine experimentellen Ergebnisse als auch auf einen klinischen Fall (wo eine sehr lange andauernde Uterusdouche [40' R.] eine hartnäckige Atonia uteri mit tütlichem Ausgange her- vorrief) in dieser Beziehung eine gewisse Vorsicht in Anbetracht der Möglichkeit des entgegengesetzten, d. h. des paralysirenden Effectes empfiehlt. Aus dem eben Gesagten ist ersichtlich, dass zu einer langen Ausdehnung der thermischen Reize überhaupt kein Bedürfniss vor- liegt. Die oben angeführte Anwendung der heissen Douchen ist bei aller ihrer Wirksamkeit noch überdies in dem von Runge angeführten Sinne absolut ungefährlich. Bei Anwendung thermischer Reize ist es von Wichtigkeit, folgenden Umstand im Auge zu haben. — Der Uterus zeichnet sich, wie jedes glattmuskelige Organ, durch die eigenartige Fähig- keit aus, den Reiz sehr weit über die Grenzen desjenigen Ortes auszubreiten, wo der Reiz eigentlich herbeigeführt worden ist. So wurde z. B. in meinen Versuchen nur ein Theil des einen Uterus- hornes dem Einfluss des heissen oder kalten Wassers unterworfen; dennoch verbreitete sich die hierbei erschienene Contraction immer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22408083_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


