Klinische Würdigung einiger experimenteller Ergebnisse beziehentlich der Physiologie der Uteruscontraction / von E.M. Kurdinowski.
- Kurdinovskii, Evgenii Mitrofanovich, 1874-
- Date:
- [1906?]
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Credit: Klinische Würdigung einiger experimenteller Ergebnisse beziehentlich der Physiologie der Uteruscontraction / von E.M. Kurdinowski. Source: Wellcome Collection.
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![reich sind. Aus den Resultaten, die ich bei der Prüfung der Bedeutung der Asphyxie (bezw. des Kohlensäurcüberschusses) als Erreger der Uteruscontractionen erhalten habe, erlaube ich mir noch die beiden folgenden klinischen Schlussfolgerungen zu ziehen: Erstens: die Einleitung der künstlichen Frühgeburt nach der Methode Scanzoni (mittels Kohlensäuredouchen), welche sich als die praktische Anwendung der Theorie Brown-Sequard’s darstellt, muss man offenbar zusammen mit der Theorie selbst als endgültig der Vergangenheit angehörig ansehen. Zweitens: der Behauptung Brown-Sequard’s zuwider ^und nach ihm einer ganzen Reihe von Autoren, die diese Behauptung auf guten Glauben hin angenommen haben) muss man die Be- deutung des Kohlensäureüberschusses als eines den Eintritt des Geburtsaktes bedingenden Moments vollkommen leugnen; um diese interessante Streitfrage zu entscheiden, muss man von irgend einer anderen Seite an sie herantreten, nur nicht von dieser. — Mit der Theorie über den Einlluss der Asphyxie auf die Uteruscontractionen ist die Frago über den Einfluss der Anämie auf dieselben eng verbunden, da bei jeder akuten Anämie das Blut, ebenso wie bei Asphyxie jene dyspnoetischen Eigenschaften annimmt, denen viele Autoren die erregende Wirkung auf den Uterus zuschreiben. (So sagt z. B. L. Hermann in seinem Hand- buch [12. Ausg., 1900, S. 634], indem er sich auf die alten Autoren beruft, dass durch das dyspnoctische Blut die [localen] Centren des Uterus gereizt werden, weshalb die Erstickung, Klemmung der Aorta, Entblutung u. s. w. dessen Contractionen hervorrufen). Da die bei der experimentellen Prüfung dieser Frage er- haltenen Thatsachen in ihrem Verhältniss zu den Ergebnissen der Litteratur in einem anderen Artikel (der dem Einfluss der Asphyxie auf den Uterus gewidmet sein wird) genau auseinandergesetzt werden, so werde ich hier nur das Endresultat meiner in dieser Richtung angestellten Experimente erwähnen. ln einer ziemlich langen Reihe von Experimenten habe ich mich vollkommen davon überzeugt, dass die auf verschiedenen Wegen hervorgerufene Anämie in einer erdrückenden Mehrzahl der Fälle (ungefähr 94 pCt.) keinen Einfluss auf die Uteruscontractionen zeigt. Diese Thatsache hat in meinen Augen die Bedeutung der in der experimentellen Litteratur zu Gunsten des erregenden Ein-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22408083_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


