Cursus der normalen Histologie zur Einführing in den Gebrauch des Mikroskopes, sowie in das practische Studium der Gewebelehre.
- Johannes Orth
- Date:
- 1888
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Credit: Cursus der normalen Histologie zur Einführing in den Gebrauch des Mikroskopes, sowie in das practische Studium der Gewebelehre. Source: Wellcome Collection.
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![derselben in concentrirte Pikrinsäurelösung. Nach 24 Stunden wässert man aus und zerzupft. Es lassen sicli die feinsten Fibrillen darstellen. b) Um die Anordnung der Fibrillen in den einzelnen Lamellen zu sehen, könnte man versuchen, eine Lösung von 1 Volumen Terpenthin und 1 Volumen Olivenöl, welches mit einem ätherischen Auszug von Alkanna gefärbt wurde, in die interfibrillären Räume einzuspritzen. Da dies aber sehr schwierig ist, so kann man einfacher dadurch zum Ziele gelangen, dass man eine Entzün- dung in der Hornhaut erzeugt. Man mache mit einer Präparirnadel mehrere kleine Stiche in die Hornhaut eines Kaninchens und trage dann mit dem Pinsel oder einem Glasstab irgend eine infectiöse Flüssigkeit (peritonitisches Exsudat einer Puerpera, in Wasser zerriebene diphtherische Massen etc.) oder, obwohl der Erfolg nicht so sicher ist, eine Faulflüssigkeit auf die Horn- haut auf. Es werden sich dann Mikroorganismen in den Stichwunden ansiedeln, wachsen und eine ganz umschriebene Entzündung erregen. Nach 2—3 Tagen entfernt man die Hornhaut, färbt sie mit Goldchlorid und untersucht dann Flachschnitte von den Entzündungsherden und ihrer Umgebung. Die Eiter- körperchen bilden dann das oben geschilderte Gitterwerk, die Mikroorganismen, wenn sie noch vorhanden sind, liegen zu blattförmigen, lanzenspitzenartigen Haufen zusammen, welche oft gleichfalls eine gitterförmige Anordnung er- kennen lassen und ihre Gestalt demnach offenbar ebenfalls den Fibrillen der Grundsubstanz, welche von ihnen auseinandergedrängt werden, verdan]<en. b) Die Linse. An der Krystalllinse hat man zwischen dem Parenchyra und der Kapsel zu unterscheiden. Letztere erscheint fast homogen, glasartig und ist in ihrem vorderen Abschnitte viel dicker als im hinteren und an der Seite. Das Parenchym besteht aus einer Lage polygonaler Epithelzelien, welche dem vorderen Kapselabschnitte fest anliegen und welche an den Seitenrändern der Linse allinählig in immer längere, sich breit an der Kapsel ansetzende und nach innen zu verschmälernde Zellen übergehen. Auf solche Weise entwickeln sich aus den Zellen die die Haupt- masse der Linsensubstanz ausmachenden sogen. Linsen fasern (Fig. 111), von welchen danach jede einer Epitlielzelle enlspricht. Die Liiisenfasern haben eine bandartige Gestalt mit verbreiterten Enden und verlaufen im allgemeinen von der vorderen Linsenflächc iil)(M' den Ae([uator der Linse na(;li der hinteren in der Art, dass sie immer ihre Breitseite nach aussen wenden. In jeder Faser be- findet sich ein Kern; die meisten Kerne liegen in der Gegend des Aequators der Linse (Kernzone). An den Schmalseiten sind die Fasern mit ihren Nachbarn so fest verbunden, dass man sie in Laiuollon abheben kann, wehdie zwiebelscJialenartig über einander](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211528_0374.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


