Ueber Cestoden im allgemeinen und die des Menschen insbesondere : hauptsächlich mit Berücksichtigung ihrer Entwickelungsgeschichte, geographischen Verbreitung, Prophylaxe und Abtreibung für Freunde der Naturwissenschaften, Aerzte, Medicinalpolizei-Beamte, Staats- und Privat-Oekonomen / von Friedrich Küchenmeister.
- Friedrich Küchenmeister
- Date:
- 1853
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber Cestoden im allgemeinen und die des Menschen insbesondere : hauptsächlich mit Berücksichtigung ihrer Entwickelungsgeschichte, geographischen Verbreitung, Prophylaxe und Abtreibung für Freunde der Naturwissenschaften, Aerzte, Medicinalpolizei-Beamte, Staats- und Privat-Oekonomen / von Friedrich Küchenmeister. Source: Wellcome Collection.
118/170 page 108
![Atialonne der Ceslodeii und der dabei gegebetjon Abbildungen sowobl, als das rulgemle von |iag. 40 enllebnle Cilal, beweisen, dass er sdbst nur wenig mit der Aiialomie mensehlicber Cesloden sieb jjersönlicb abgegeben baben kann. „Zur Zeit gilt es als ausgemaebt, sagt er, dass nur zwei llandwurmspecics — nainlieli eine Taenien - und eine Botlirioce|>balens|iecies den menscblicben Darinkafial bewobnen, denn die bislierigen Angaben über mehrere andere im .Menschen vorkom- niende Baiidwuruispecies (z. B. laenia mediocanellata, Kücbennietsler; Penlastoma, Taenia teuella vulgaris, Pallas u. A.), lassen sieb alle blos auf Unterschiede zurückfübren, welche tbeils in zufälligen Merk- malen, Ibeils im Aller, vor Allem aber in den so häufig vorkoinmen- den palliologisch-analomiscben Veränderungen des Wurmes zu suchen sind.“ Ich bemerke zugleich, dass, als jener Arlikel ausgegeben wurde, schon die Taenia nana von Bilharz bekannt war. Was die Autoren nach Bremser anlangt, so hat, wie ich später ausführlicher noch be- richten werde, Scbmidtmüller wahrscheinlich unseren Bandwurm be- schrieben und wurde, wie Leuckart glaubt, der Taenia mediocanellata mihi schon von Nicolai (Neue Zeitscbrifl für Natur - u. Heilkunde von Ammon, Cboulant und Ficinus 1. p. 464), unverkennbar und zwar als Taenia destoda gedarbt, von welcher er sagt: „Capite inermi aculeato sessili, arliculis dilatatis brevioribus, margine utriusque lateris medio latiore, alterius osculato, majoribus transverse striatis, emarginatis“, wobei noch die Aebniiebkeit der Glieder mit denen des Bolhriocephalus hervorgeboben und bemerkt wird, dass der Bandwurm zugleich mit Taenia soiium einer 36jährigen Dame abgetrieben w'ard. Tutschek erzählt in No. 2 des Auslandes vom Jahre 1853, dass in Tumale in Cenlral-Alrika der breite Bandwurm (Taenia lala = ndak'ii) und zwar häufiger als der langgliederige (Taenia soiium) vorkoinme. Auch diese Stelle deutet wohl auf den Schmidtmüller’scben und also auch meinen Wurm. Ich denke nun doch im Folgenden den alten Streit endlich abgethan und die „breitgliederige Taenia“ als besondere Tae- nien-Art dargethan zu baben, wobei ich ausdrücklich bemerke, dass ich jeden Namen, der besser gefallt, annehmen, die Taenia hier aber als Taenia mediocanellata beschreiben werde. I Taenia mediocanellata. Eier: Sie sind (cfr. Tabelle bei Taenia soiium) int Mittel etwas kleiner, mehr oval, nicht so kugel- rund, braun gefärbt, doch lichter und weniger rauh und uneben, als die der Taenia soiium. Concentrische Schichten in den Eiwandungen fand ich nur zwei; es fehlte die lichte Kreislinie zwischen Embryo und innerer Schicht und die durch jene ].<inie begreitzle, kleine, durch- scheinende Kreisfläche. Essigsäure, kaustisches Kali entfärben sie. nicht oder kaum; im Wasser bleiben sie unverändert, schwellen höchstens ein wenig an, platzen leichter beim Druck, als die der Taenia soiium und lassen nach Behandlung mit Kali caustienm durch kurze Zeit bei nachfolgendem Drucke die kleinen Embryonalblasen mit sechs Häkchen ebenso austreten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28047424_0118.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


