Ueber Cestoden im allgemeinen und die des Menschen insbesondere : hauptsächlich mit Berücksichtigung ihrer Entwickelungsgeschichte, geographischen Verbreitung, Prophylaxe und Abtreibung für Freunde der Naturwissenschaften, Aerzte, Medicinalpolizei-Beamte, Staats- und Privat-Oekonomen / von Friedrich Küchenmeister.
- Friedrich Küchenmeister
- Date:
- 1853
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Credit: Ueber Cestoden im allgemeinen und die des Menschen insbesondere : hauptsächlich mit Berücksichtigung ihrer Entwickelungsgeschichte, geographischen Verbreitung, Prophylaxe und Abtreibung für Freunde der Naturwissenschaften, Aerzte, Medicinalpolizei-Beamte, Staats- und Privat-Oekonomen / von Friedrich Küchenmeister. Source: Wellcome Collection.
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![Schon jetzt aber ist cs an der Zeit, diese Beobachtungen für das Volk nutzbar zu machen, wozu Medicinal-Polizei und die, die Verbrei- luiv''' nützlicher Ivenntnisse unter dem Volke bezweckende, Literatur sich die llaude reichen müssen. Man lehre dem Volke die Wohnsitze der Finne und ihre äussere Beschaflenheit und näheren Kennzeichen kennen, man mache ihnen begreiflich, dass die Finnen sich zu den Jhmdwürmern verhallen, wie die Larven oder Puppen zu den reifen Insekten, man lehre ihnen die gewöhnlichsten Wege der Verschleppung und Verunreinigung mit Finnen kennen, ralhe ihnen Vorsicht mit jedem rohem, zumal Schweinefleisch und mit allerhand Würsten, denen die Finnen leicht aussen aiihäiigen und empfehle ihnen deren gründliche Pieiiiigung vor dem Genüsse. Man ralhe den Fleischern Vorsicht beim Ausschlachlen, Wurslfüllen mul Fleischverkaufe an, mache sie darauf aufmerksam, dass sie die Fleischmesser des Verkaufsladens nicht ohne gründliche vorherige Heinigung zum Ahschneiden des Brotes und kalt zu geniessender Speisen aller Art für sich und die Ihren benutzen, dass sie mit den Händen, die eben Schweinefleisch bearbeiteten, nicht über den Mund fahren, die Messer, die sie beim Aufreissen benuzleii, nicht in den Mund nehmen, wie sie Ihun, wenn die Arbeit mit den Händen besser fördeil, als die mit dem Messer. Man lehre die Köche, Köchinnen und die selbst kochenden Hausfrauen dieselben Wege kennen und empfehle ihnen Vorsicht bei Behandlung des rohen Schweineflei- sches, beim Kosten der mit rohem Schweinefleisch versetzten Fleisch- klöschen vor dem Braten, beim Zuberciten der Würste und hei jedem ans dem Fleischladen bezogenen rohem Fleische. Alles noch so finnige Schweinefleisch aber, sobald es gekocht, oder gebraten, oder geräuchert ist, ist unschädlich in Betreff der Taenien - Erzengn ng, und ich kann versichern, dass ].,eckermäuler Becht haben, welche gerade das finnige Schweinefleisch als das saftigste und am lieblichsten schmeckende rühmen und lieben, da ich wiederholt ab- sichtlich solche Braten und dergleichen Fleisch verzehrt habe, weil ich in dem Kalke der Finnen und ihrer eiweissreichen Schwanzblase weder etwas Unappetitliches, noch etwas Schädliches fin- den kann, im Gegenlheile dies Alles für sehr nahrhaft halle. Um aber gründlich zu gehen, muss man in der Propliylaxe noch weiter und zwar bis auf die ersten Keime sich zurückwenden. Man weise die Leule an. Alles was von Taenien bei ihnen abgeht, einzelne Proglottiden, wie ganze Proglottidenreihen, durch Spiritus oder Feuer unschädlich zu macben, da jedes in die freie Natur tretende Glied Tau- sende von Embryonen und somit von Finnen- und Taenienkeimen in sich trägt. Man ralhe den Kranken, alle spontan abgeheuden Glieder, die an ihren Schenkeln u. s. w. hangen bleiben, möglichst vorsichtig zu entfernen, sie nicht mit den Fingern anzugreifen, da eine nnvor- sicbligc Befleckung der I'inger mit Eiern und Uebertragung derselben m den Mund und von da in den Magen, wie es scheinl, die Ursache](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28047424_0141.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


