Ueber die Abnahme der Krankheiten durch die Zunahme der Civilisation / von Dr. K.F.H. Marx.
- Karl Friedrich Heinrich Marx
- Date:
- 1844
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Credit: Ueber die Abnahme der Krankheiten durch die Zunahme der Civilisation / von Dr. K.F.H. Marx. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Um indessen die rechte Bedeutung der Civilisation für das physische Wohl der Menschheit in das gehörige Licht zu stellen, reicht es nicht hin zu zeigen, dass die Zunahme der Krankheiten in ihr und durch sie in gewisser Hinsicht eine scheinbare sey ; nein, man kann eben so gut zugeben und dar- thun, dass eine grosse von ihr gerade bedingte Zahl von Krankheitsursachen vorhanden sey, die zwar nothwendig an. sie geknüpft sind, welche aber wieder durch sie gemildert, neutralisirt, aufgehoben werden können. So erzählt die Griechische Fabel von einer Lanze, deren.Spitze verwundete und deren Schaft durch Berührung die geschlagene Wunde zu heilen vermochte *). Eine dieser Ursachen, die vielleicht nicht sofort als solche erkannt wird, aber nichtsdestoweniger dafür gelten muss, beruht in der bemerkenswerthen Thatsache, dass die Bevölkerung der Länder fortwährend im Zunehmen be- griffen ist, die Sierblichkeit der Menschen selbst aber abnimmt 2). 1) Die Lanze des Achill gab zu dein Orakelsp'ruch und dem Spruchworte die Ver- anlassung: o rgüaug läasrcct. Man vergl. 0. Jahn Telephos und Troilos. Kiel. 1841. 8. S. 6. 23. 2) Gilbert Blane (Select Dissertatious on several subjects of medical Science. London. 1822.8. p. 177) bemerkte im J. 1822, dass die Bevölkerung von England um das 7fache gegen das Ute bis 14te Jahrhundert, um das 3fache gegen das Ende des 16len zugenommen, dass sie sich mehr als verdoppelt habe seit dem letzten Kriege des 17ten Jahrhunderts und fast verdoppelt in den letzten 70 Jahren. Die Mortalität daselbst war nach Hawkins (Elements of medical Statistics. London. 1829. S. p. 16. Cf. p. IS) 178Ü wie 1 : 40, 1821 wie 1 : 58, also in 40 Jahren beinahe um ]/3 geringer. Im J. 1697 betrug die Zahl der Gestorbenen in London 21,000 und im J. 1797, trotz der bedeutenden Zunahme der Bevölkerung, nur 17,000. Ein ähnliches Verhältniss zeigt sich auch in andern Ländern, von denen ge- naue statistische Tabellen vorliegen. So hat sich z. B. in Stuttgart, nach den im J. 1834 bekannt gemachten Uebersichten (Stimmel über die Bevölkerung u.s.w. von Stuttgart. Iuaug. Diss. Tübingen. 1834. 8. S. 5. 6. 24), die Bevölkerung seit den letzten 200 Jahren um das 4fache vermehrt. Die Zahl der Gebornen über- steigt seit lange die der Gestorbenen um ein Bedeutendes. In den letzten 22 Jahren war dieses in noch höherem Grade der Fall als früher. In den letzten Jahren starb im Mittel 1 von 148; in den früheren vierzig Jahren (1772—1811) 1 von 157.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21014279_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)