Über den Ursprung der Milch und die Ernährung der Frucht im Allgemeinen / von A. Rauber.
- Rauber, August Antinous, 1841-1917.
- Date:
- 1879
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über den Ursprung der Milch und die Ernährung der Frucht im Allgemeinen / von A. Rauber. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
4/52 (page 4)
![n. s. w.; sondern es ergibt sich, dass die Milch weissen Blutliörper- chen, Lymphliörperchen den Ursprung verdankt, welche in ausser- ordentlich grosser Zahl die Wand der Endbläschen durchsetzen, in die Lumina der letzteren gelangen und durch ihren Zerfall, der in bestimmter Weise vor sich geht, die Milch, oder vielmehr die wich- tigsten Bestandtheile derselben liefern. Die Beobachtungen, welche zu diesem Ergebnisse führen, wurden insbesondere gemacht an den Mammae säugender Meerschweinchen. Die betreffenden Brustdrüsen waren theils in Chromsäure, theils in Osmiumsäure, theils in Alkohol gehärtet, darauf in Schnitte zerlegt und, wo es nöthig war, theils in Hämatoxylin, theils in Carmin u. s. w. gefärbt worden. An solchen Präparaten zeigen sich 1) die Lymphgefässe stark erweitert und strotzend mit Lymph- körperchen gefüllt; 2) ist das Stroma der Brustdrüse reichlich mit Wanderzellen infiltrirt; 3) finden sich innerhalb der Endbläschen der Brustdrüse genau dieselben Lymphkörperchen, oft in dichtgedrängter Menge und unver- änderter Beschaffenheit (intraalveoläre Lymphkörperchen); 4) neben den letzteren alle Uebergangsstufen von unveränderten Lymphkörperchen zur fertigen Milch; 5) die Epithelien der Drüsenalveolen ohne alle Vermehrungs- erscheinungen. Die Füllung der Endbläschen mit Lymphköri)erchen kann so be- trächtlich sein, dass nur wenig Zwischenflüssigkeit vorhanden ist; in andern Endbläschen ist die Zwischenflüssigkeit reichlicher. Die Uebergangsstufen von unveränderten Lymphkörperchen zur fertigen Milch zeigen nun die verschiedenen Formen der DoNNiVschen oder Colostrum-Körperchen. Die erste Veränderung beruht auf einer Schwellung des Protoplasmas der Lymphkörperchen; darauf treten Fettraoleküle und grössere Fettkörnchen im Protoplasma auf; der oder die Kerne sind bis dahin regelmässig noch vorhanden, zerfallen aber nachträglich gleichfalls. Mit zunehmender ^'erflüssigung des Protoplasmas der Lymphkörperchen verschwinden schliesslich die Con- touren der einzelnen Zellen, die Fettkügelchen werden frei, behalten vielleicht noch eine dünne EiweisshüUe von ihrer Entwicklungssfätte her. Damit ist aber die Milch in ihren wesentlichen Theilen fertig. Da nun die intraalveolären Lymphkör])erchen nur von aussen kommen können: da weiterhin an einen zuTälligTU Eiterungsprocess.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300181_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)