Über den Ursprung der Milch und die Ernährung der Frucht im Allgemeinen / von A. Rauber.
- Rauber, August Antinous, 1841-1917.
- Date:
- 1879
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Credit: Über den Ursprung der Milch und die Ernährung der Frucht im Allgemeinen / von A. Rauber. Source: Wellcome Collection.
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![der sie geliefert haben könute, nicht zu denken ist, so ist klar, dass die Milch von ausgewanderten Lymphkörperchen ihren Ursprung nimmt. Weiterhin ergibt sich, dass die Colostrumkörperchen eine regel- mässige Durchgangsstufe von Lymphkörperchen zu fertiger Milch darstellen. Sie erscheinen in der entleerten Milch hauptsächlich in der ersten Zeit der Milchabsonderung und werden in s})äterer Zeit in derselben nicht, oder nur spärlich, oder in acuten Krankheiten u. s. w. gefunden. Vielleicht werden sich dieselben auch in der letz- ten Zeit der Milchabsonderung wiederfinden. Dass sie in acuten Krankheiten erscheinen, erklärt sich aus dem Obigen leicht; wir haben es alsdann einfach mit unreifen Formen von Milch zu thun. Ja es dürfte möglicherweise Thiere geben, bei welchen schon normal Zwi- schenformen von reifer Milch und Lymphkörpercheurailch, d. i. Eiter, vorkommen. Es würden das solche Thiere sein, welche nur rasch und in grösseren Unterbrechungen dem Säuglinge Milch zuzuführen ver- mögen, wodurch letztere um so concentrirter sein müsste. Die Frage, welche Ursache den gesetzmässigen und raschen Zer- fall der in die Endbläschen der Brustdrüse eingewanderten Lymph- körperchen herbeiführt, ist niclit so leicht zu beantworten; ebenso die Frage nach der Ursache der Einwanderung selbst. Während nun die epitheliale Wand der Drüsenbläschen zunächst allerdings als eine taschenförmige Membran aufzufassen ist, welche von den Lymph- körperclien durchschritten und passiv ausgedehnt wird, so wird sie dennoch einerseits die Diffusion der Blut- und Lymphbestandtheile zu modificiren vermögen; andrerseits sondern die sie zusammen- setzenden Epithelien vielleicht ein Ferment in das Innere der Al- veolen ab, welches den Zerfall der Lymphkörperchen bewirkt oder l)cschleunigt. IIierü])er sind noch fernere Untersuchungen nöthig-, ebenso ob man unter den sogenannten Extractivstoffcn der Milch Nuclein oder einen diesem ähnlichen Körper finden wird. Mag dem nun sein, wie es will, sicher ist, dass das Fett der Milch hervorgeht durch die Spaltung von Eiweisssubstanzen der Lymphkörperchen. Aber auch die Quelle des Casem glaube ich in letzteren suchen zu müssen. Um der Frage nach der Ursache der Einwanderung näher zu koTiinien, ist es notliwendig, nicht die Ernährung des Säuglings, sondern diejenige des Fötus, also die intrauterine Ernährung in Be- trachtung zu ziehen. In dieser Bezicliung ist zu bemerken, dass icli in dem Inhalt des Dottersackes von Kaninchen-Embryonen genau jene Gebilde wiedergefunden habe, welche den gelben Dotter des](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300181_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)