Die Kehlkopfsschwindsucht : nach Untersuchungen im pathologischen Institute der Universität Leipzig / von Oscar Heinze.
- Heinze Oscar.
- Date:
- 1879
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Credit: Die Kehlkopfsschwindsucht : nach Untersuchungen im pathologischen Institute der Universität Leipzig / von Oscar Heinze. Source: Wellcome Collection.
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![Punkte sieht, welche von den gefüllten Drüsen herzurühren scheinen. Durch oherfliichhche Erweichung des InÜltrats entstehen unregelmässige Geschwüre, welche in die Tiefe dringen und die darunter hegenden Knorpel hloslegen. Diese Geschwüre haben eine unregelmässige Form, einen unebenen Boden und die Ränder erscheinen zackig, hart. Die Umgebung ist, wie Boden und Rand, blass, und in den späteren Stadien entstehen an letzteren oft knötclieniurmige Wucherungen, welche man mit Miliartuberkel ver- wechseln kann; auch werden die fettig entarteten Knorpel nicht selten l)lusgelegt, uanienthch am Kehldeckel und erscheinen auf dem Boden als g-elbe, halbweiche Masse, die wie käsiger Tuberkel aussieht. Zuweilen bilden sich au den Rändern dieser Geschwüre gelbüche, festhaftende Exsudate, sehr oft bleibini ferner rundhche Rudimente der inliltrirten fSchleimhaut auf dem Boden oder au den Rändern stehen, die wie graue Tuberkel aussehen, und diese insgesamnit lassen dann eine Aehnlichkeit mit einem aus miliaren gelb gewordenen Tuberkel entstandenem Geschwüre erkennen, welche aber durch die mikroskopische Untersuchung verschwindet. Diese chronischen tuberkulösen Kehlkopfgeschwüi'e sollen in seltenen Fällen heilen. In aetiologischer Beziehung ist Rühle der Ansicht, dass Kelil- kopfstuberkulose vollständig ausgebildet vorkommt, bevor noch auf der Lunge eine Aflfection nachweisbar ist, dass aber in den meisten Fällen das Yer- hältniss umgekehrt ist und dass endlich die Beobachtungen noch nicht als ghiubwürdig zu betrachten sind, welche bei an Kehlkopfstuberkulose zu Grunde gegangenen Individuen die Lungen vollständig gesund schildern. Gegen die Louis'sehe Ansicht von der Entstehung der Ulcerationen führt er, ausser dem häufigen Fehlen der Cavernen bei vorgeschrittener Ulceration, die zahh-eichen Fälle an, in denen bis zur Zeit intensiver Kehlkopfssymptome noch gar kein oder nur ein ganz indifferenter Auswurf stattgefunden hat. Nacli Rühle findet man fast bei einem Drittheil der an Tuberkulose Verstorbenen Veränderungen im Kehlkopf. Sitz derselben ist am häufigsten: untere Hälfte der Ejjiglottis-Innenfiäche, Innenfläche der Lgg. aryepiglott. und Aryknorpel, Taschenbänder, vorderer AVinkel, Ventrikel und wahre Stimmbänder. Rokitansky 1 bezeichnet den Tuberkel, als „eine in den Luftwegen, und zwar einerseits im Kehlkopfe, andererseits in den Bronclüen sehr liäufige Erscheinung. Im Kehlko])fe komme er kaum anders als im Gefolge von Lungenphthisis vor. Sein Sitz sei die Schleimhaut der hinteren Kehlkopfswand über dem Muse, transversus, und ausnahmsweise andere Stellen. Durch Zerfall der Tuberkel entstehen kleinere, dann ein orüsseres 1 Rokitansky, LeJirhuch d. paMol. Ana/omie. III. Wien 18G1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716559_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)