Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1898
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel. Source: Wellcome Collection.
22/926 (page 8)
![Schweflige Säure, Salzsäure (10 cc 1,12), Salpetersäure, Schwefelsäure, Oxalsäure (5.5 g krystallisirte), Essigsäure (6,3 g C2H4O2). (Die organischen Säuren werden allmählich vom Schimmel aufgezehrt.) Chlorkalk (5,5 g, wirkt ohne Verlust von Stickstoff), Kaliumbichromat (5,7 g), Kupfersulphat (besser als) Bleinitrat (6,2 g), Schwefelkohlenstoff (2,5 cc), Aether (5cc, weniger wirksam als) Alkohol (10 cc), Chloroform (2,5 cc). Thymol (2 g in alkoholischer Lösung zu sauerem Harn), Phenol (lg), salzsaures Chinolin (2g, nach Donath1), Salicylsäure (10g), Kampher. Zusatz von 1% Fluornatrium zum Harn oder, nach Entfernung des Kalks durch 1% Natriumoxalat Zusatz von nur 0,6 % Fluornatrium hält den Harn nach Arthus und Hub er2) vollkommen unzersetzt. — Etwas concentrirtere Lösung von Natriumselenit hindern die ammoniakalische Gährung in merk- licher Weise (Czapek und Weil3). — Am Wirksamsten erweisen sich nach Huguet4) Quecksilbersalze; ein Zusatz von 0,01g Quecksilberjodid (in 0,2g Jodkalium gelöst) oder von 0,2 g Sublimat zu 250 cc Harn sterilisirt besser als 0,5 g Fluorammon oder 10 Tropfen Chloroform. Huguet empfiehlt für die 24 st. Harn- menge 2 cc einer Löaung von 10 g Sublimat und 1 g Kochsalz, oder von 5 g Queck- silberjodid lind 10 g Jodkalium, oder von 10 g Quecksilbercyanid in 100 cc. Nach Nicolaier verhindert Urotropin (Hexamethylentriamin) und nach Oechsner5) das von ihm entdeckte, der Pyridinreihe angehörige Ptomain schon in kleiner Dosis die ammoniakalische Harngiihrung. Die flüchtigen Substanzen müssen durch Verschliessen des Gefässes am Ver- dunsten verhindert werden. Den Harn durch Kochen zu sterilisieren ist nur dann zulässig, wenn die dabei eintretende Zersetzung dem beabsichtigten Zweck nicht hinderlich wird. Der Harn der Fleischfresser stimmt in seinen allgemeinen chemischen Eigenschaften mit dem des Menschen üherein; im Harn des Hundes kommt eine hesondere Säure, die Kynurensäure, vor. Der Harn der Pfanzenfresser unterscheidet sich dagegen von dem der Menschen und der Fleischfresser wesentlich durch das zeitweilige Zurücktreten der Phosphorsiiure, seine oft alkalische Reaktion und zuweilen durch einen starken Gehalt an Hippursäure und anderen aromatischen Substanzen. Eigenthümlichkeiten, welche durch die Art der Nahrung hedingt sind. Bei Fütterung mit eiweissreicher Nahrung (Cercalien, Fleisch) oder im Hunger nimmt der Harn der Pflanzenfresser die Beschaffenheit des Harns der Fleischfresser an; umgekehrt lassen sich dem Harn des Menschen und der Fleischfresser durch eine gewisse Zusammensetzung der Nahrung die Eigenschaften des Herhivorenharns ertheilen. Der Harn der Yögel, der Schlangen und anderer heschuppten Amphihien zeichnet sich vor dem der Säugethiere aus durch seine brei- !) Donath, Berichte d. ehem. Gesellsch. 14. 184. 1881. 2) M. Arthus und A. Hub er, Compt. rend. 116. 839; Arch. de Physiol. norm, et pathol. 24. 655. 1892. 3) Czapek u. Weil, Archiv f. exper. Pathol. 32. 448. 1893. 4) K. Huguet, Journ. de Pharm, et de Chimie [5] 29. 217; Chem. Centralbl. 1894. 1. 846. 5) A. Nicolaier, Deutsche med. Wochenschr. 21. 1895. 541. — Oechsner de Coninck, Compt. rend. de la Soc. de Biol. 46. 250. 1894.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2040296x_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)