Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1898
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Credit: Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![Harn auch einfach saures Phosphat enthält. — Das Natrium reicht nicht aus, um alles Chlor zu binden. Aehnliche Analysen haben Stadelmann an diabetischem Harn, Hopkins1) bei perniciöser Anämie vorgenommen. Ueber Analysen bei Nutzthieren berichtet nach verschiedenen Autoren Tereg2), an Hundeharn hat Gaehtgens?) eine Analyse der Mineralbestandtheile ausgeführt, an Pferdeharn bei Arbeit und Ruhe des Pferdes Fred Smith4). a. Säuren. 1. Chlorwasserstoff. A. Vorkommen. Der Gehalt des Harns an Chloriden ist wesentlich abhängig von der Kochsalzzufuhr, auch in Krankheiten. Er überschreitet selten eine in der Tagesmenge circa 15 g Chlornatrium entsprechende Menge. Bei anhaltender Abstinenz kann der Kochsalzgehalt des Harns bis aufSpuren sinken (Fr. Müller, Mester5); ebenso stark vermindert ist die Chlorausscheidung bei gewissen Krankheiten, so bei der croupösen Pneumonie während der Bildung des Exsudats. Der Harn der Thiere ist relativ arm an Chloriden. Bei schneller Resorption flüssiger Trans- sudate nehmen sie zu, nach Stadelmann6) auch bei interstitieller Hepatitis. Verabreichung von Schilddrüse steigert beim gesunden Hund, sowie Exstirpation der Schilddrüse bei gleich bleibendem Futter die Chlorausscheiduug sichtlich (Roos7), Verabreichung von Kalisalzen beim Menschen erheblich (Bunge8). Nach innerlicher Verabreichung von Chloroform, ebenso nach Inhalation des- selben werden nach Zeller9) sowie nach Kast10) mehr anorganische Chloride ab- geschieden als vorher; dasselbe ist der Fall nach Einführung von Methylenchlorid, von Triehloressigsaure und nach Levdansky von Trichlorbuttersiiuro in den Darm. Dagegen bewirken Chloral, Tetrachlorkohlenstoff und Dichloressigiither keine Ver- mehrung der Chloride. Die Angaben von Berlioz und Lopinois11), dass nicht alles Chlor aus dem Harn direkt mit Silbernitrat gefallt werden könne, sondern ein Theil erst nach dem Verascheu, der Harn also (10—40% des gesammten Chlors) organisch gebundenes Chlor enthalte, beruht auf analytischen Irrthümern, deren haupt- sächlichster, wie Petit und Terrat12) zeigen, darin besteht, dass beim Ver- >) Hopkins, Guy's Hospit. Reports 50. 372. 1893. 2) F. Tereg, in W E Hellberger, Vergleichende Physiologie der Haus- säugethiere 1. 380. 1890. 8) C. Gaethgeus, Ztschr. f. physiol. Ch. 4. 36. 1880. *) Fred Smith, Proc. of the roy. Soc. 46. 328 ; Jahresb. f. Thierch. 1890. 190. 5) Fr. Müller, Verh. des VIII. Congresses f. innere Med. 1889. 396; Ztschr. f. klin. Med. 16. 496. — B. Mester, Ztschr. f. klin. Med. 24. 441. 6) E. Stadel mann, Archiv f. klin. Med. 83. 526. 1883. 7) E. Roos, Ztschr. f. physiol. Ch. 21. 25. 1895. 8) G. Bunge, Ztschr. f. Biol. 9. 121. 1878. n) Zeller, Ztschr. f. physiol. Ch. 8. 74. 1883. 10) A. Kast, Ztschr. f. physiol. Ch. 11. 277. 1887. n) A. Berlioz u. E. Lepinois, Journ. de Pharm, et de Chimie [5] 29. 288; Arch. de med. exper. 6. 203; Chem. Centralbl. 1894. 1. 912 u. 1895. 1. 495. 12) A. Petit u. P. Ter rat, Journ. de Pharm, et de Chimie [5) 29. 585; Chem. Centralbl. 1894. 2. 246.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2040296x_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)