Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1898
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Credit: Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![die Eigendrehung des Harns bei den verschiedenen Fällungsweisen der Eiweiss- körper in verschiedenem Grade ändert, ein Umstand, der bei der Kleinheit der im Ehveissham zur Beobachtung kommenden Drehungen die Richtigkeit der Resultate in erheblicher Weise beeinflusst. III. Bestimmung des Harnpeptons. 1. Nach Maixner. M aixner hediente sich dazu der colorimetrischen Methode von Hofmeister1). Das Harnpepton wurde nach § 43. VII. C. 3. a. S. 481. mit Salzsäure und Phosphorwolframsäure aus dem Harn ab- geschieden und mit Baryumhydrat oder kohlensaurem Natron wieder in Freiheit gesetzt. Mit der Lösung wurde eine Biuretprobe angestellt und mit der Färbung derselben die einer anderen Biuretprobe ver- glichen , zu welcher eine bestimmte Menge Harnpepton verwendet worden war. Von der auf ein bestimmtes Volumen gebrachten Lösung des Harnpeptons werden 20 cc in einen Glastrog mit planparallelen Wänden gemessen, mit schwacher Natronlauge und soviel Kupfersalz versetzt (Acetat, wenn die Lösung Baryt ent- halt), dass eine möglichst deutliche Biuretfärbung entsteht; die hinzugefügten Reagenslösungen werden gemessen \ind den 20 cc Lösung hinzugezählt. Dann ertheilt man einer Peptonlösung von bekanntem Gehalt (ungefähr 1 proc.) in gleicher Weise eine starke Biuretfärbung. Aus dem Gehalt und dem verwendeten Volumen der reinen Peptonlösung und dem Volumen der Zusätze wird der Gehalt der gefärbten Peptonlösung berechnet. Diese Lösung dient zur Herstellung der Vergleichsprobe ; da die Harnpeptonlösung gelb ist, das Wasser, welches zur Ver- gleichsprobe verwendet wird, aber nicht, so würden die Biuretproben der beiden Flüssigkeiten einen ungleichen Farbenton besitzen. Man färbt daher das Wasser der Vergleichsprobe durch einige Tropfen Harn ebenso gelb, wie die Harnpepton- lösung ; dieser Harn wird vorher zur Fällung der Phosphorsäure mit kohlensaurem Natron versetzt und riltrirt. Von der gefärbten Peptonlösung mischt man dann in einem zweiten gleichweiten Glastrog abgemessene Mengen mit 20 cc des gefärbten Wassers, bis die Biuretfärbung in dieser Probe ebenso stark ist, wie in der mit dem Harnpepton. Es enthalten dann gleiche Volumina der beiden Proben gleich viel Pepton, und da die Gesammtvolumina der Flüssigkeit in beiden Proben sowie die absolute Menge des Peptons in der Vergleichsprobe bekannt sind, so lässt sich der Gehalt der Harnpeptonlösung an Pepton und somit auch der Gehalt des Harns an Pepton berechnen. Den Gehalt der reinen Peptonlösung an Pepton hat Maixner durch Polarisation nach [«]d ——68,5° bestimmt. Bei Versuchen mit wässrigen Peptonlösungen fand Maixner immer etwas weniger Pepton wieder, als er zu den Versuchen genommen hatte. Das Verfahren gestattete wegen dieses Verlustes und auch deshalb nur eine ungefähre Bestimmung des Peptons, weil das Harnpepton nicht die Ton Maixner der Bestimmung zu Grunde gelegte speeifische Drehung zu haben braucht. 2. Nach Dutto2). Das Pepton wird durch einen Ueberschuss von Jodwismuthkalium gefällt, der Niederschlag nach 12—24 Stunden mit Wasser gewaschen, !) E. Maixner, Ztschr. f. klin. Med. 11. 344. 1886. — F. Hofmeister, Ztschr. f. physich Oh. 5. 135; 6. 57. 2) Dutto, Deutsche Med. Ztg.; Chem. Centralbl. 1894. 2. 1022.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2040296x_0876.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)