Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1898
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Credit: Anleitung zur Qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / Neubauer ud Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![2 mal mit je 5 cc Chloroform, und lässt es wieder abliiessen, die letzte Portion vollständig, aber ohne Harn. Zu dem Chloroform lässt man dann unter fortwährendem Umschwenken eine alkoholische 1/ioon Jodlösung (mit 1,27 g Jod im Liter) hinzufüessen, bis die Flüssigkeit grün geworden ist, und setzt dann einige cc frische Stärkelösung hinzu. Tritt Blaufärbung ein, so titrirt man mit i/ioo11 a«f die Jodlösung ge- stellte Thiosulphatlösung zurück bis zu reinem Grün. Färbt sich die Flüssig- keit auf Zusatz der Stärkelösung nicht blau, so setzt man noch Jod bis zur Blau- färbung zu und titrirt dann auch zurück. — lec VoiO11 Jodlösung zeigt 1.44 mg Bilirubin an. Wenn mehr als 10 cc Jodlösung verbraucht werden, soll man den Versuch mit weniger Harn wiederholen, weil in der stark grün gefärbten Flüssigkeit das Blau der Jodstärke schwer zu erkennen ist. Von stark icterischem Harn nimmt man daher gleich nur 5, höchstens 10cc. 100 cc normaler oder pathologischer, nicht icterischer Harn verbrauchen bei diesem Verfahren 0—0,8 cc der Jodlösung. 2. Gewichtsanalytisch nach Stadelmann. Stadelraannl) hat sich folgenden, mit grossen Verlusten verbundenen Verfahrens bedient (vgl. S. 553). Der Harn wird mit Kalkmilch aus- gefällt, der Niederschlag gewaschen, bis die Flüssigkeit farblos abläuft, etwas getrocknet und in einer mit einer Kältemischung abgekühlten Reibschale mit Salzsäure bis zu schwach alkalischer Reaktion versetzt. Der ^Niederschlag wird wieder gewaschen, bis das Filtrat farblos ist, getrocknet, gepulvert und mit Chloroform unter sehr vorsichtigem Zusatz von Salzsäure extrahirt, zuletzt in der Wärme. Man destillirt das Chloroform ab, wäscht den Rückstand mehrmals mit Aether und krystallisirt das Uro- bilin aus Chloroform um. Die reine Substanz wird getrocknet und gewogen. III. Bestimmung des H äm atoporph yri ns. Spectrophotometrisch nach Saillet2). A. Princip. Saillet hat ermittelt, dass der dunkle Streifen des sauren Hämatoporphyrinspectrums wie beim Urobilin in 15 mm dicker Schicht der Lösung gerade noch sichtbar ist, wenn die Lösung in 22 cc lmg Hämatoporphyrin enthält (oder bei 10 mm dicker Schicht 6,82 mg in 100 cc). Ein abgemessenes Volumen der Lösung wird durch zu- gemessene Mengen Wasser bis zu diesem Grade verdünnt und aus der Grösse der Verdünnung der Gehalt der Lösung an Hämatoporphyrin berechnet. Das Verfahren ist nicht genau, da das minimale Spectrum an und für sich kein sicheres Maass darstellt und die Sichtbarkeit des Streifens ausserdem noch abhängt von der Stärke der Lichtquelle und andren Umständen (vgl. diesen § I. 1. B.). ]) E. Stadel mann, Archiv f. exper. Pathol. 16. 128. 1883. *| Saillet, Bevue de medecine 1(1. 543 u. 552. 1896; 17. 125. 1897.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2040296x_0882.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)