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Credit: Hyperämie als Heilmittel / von August Bier. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Hautreiz begleitende Hyperämie gar nicht in Betracht kommt, und es eine Ableitung von Blut von tieferen auf oberflächliche Teile, wie man allgemein angenommen hatte, überhaupt nicht giebt. Die ganze Heilwirkung der Epispastica soll lediglich auf reflektorischem Wege durch Vermittelung des Centralnervensystems entstehen. Es soll deshalb der Ort, an welchem der Hautreiz angebracht wird, völlig gleichgiltig sein, und der Erfolg der Mittel lediglich von der Stärke des Haut- reizes abhängen, insofern als schwache Reize die Thätigkeit von Herz und Gefässen im ganzen Körper erhöhen, starke sie herabsetzen. Diese Beobachtungen erweiterte Naumann in späteren Arbeiten'.) Er fand, dass die Veränderungen, welche ein länger einwirkender Hautreiz im Körper herbeiführt, nach Beendigung desselben noch längere Zeit an- dauern, um so länger, je anhaltender der angewandte Beiz war. Ferner stellte er fest, dass die Hautreizmittel auf die Körpertemperatur ein- wirken, was wir hier, als uns nicht interessierend, übergehen können. Ebenfalls mit der Revulsion durch Hautreizmittel beschäftigt sich eine Arbeit von Sehü 11 er.2) Er trepanierte Kaninchen und be- obachtete durch die unverletzte Dura hindurch die Piagefässe. Bedeckte er den grössten Teil des Bauches oder des Eückens der Versuchstiere mit Senfteig, so bemerkte er, abgesehen von einigen anderen Verände- rungen, welche uns hier nicht interessieren, dass sich regelmässig im Beginne der Einwirkung des Mittels die Arterien erweiterten. Dann zeigten die Gefässe für die Dauer von etwa 10 Minuten Schwan- kungen in ihrer Weite, um dann allmälich kleiner zu werden und dauernd eng zu bleiben. Das ganze Gehirn sank dabei in sich zu- sammen. Der Senfteig blieb eine halbe Stunde liegen und wurde dann abgewaschen; aber auch nach seiner Entfernung blieben die Ge- fässe noch längere Zeit (bis l^j-i Stunden) verengt. Während dieses Zustandes vermochte ein so mächtiges Mittel, wie Einatmen von Amyl- nitrit, nur sehr schwer und im geringeren Grade als normal eine Er- weiterung der verengten Gefässe hervorzubringen. Schüller ist der Ansicht, dass diese Erscheinungen ebensowenig allein durch eine reflek- torische Erregung der Gehirngefässe, als allein durch eine „depletorische Wirkung des Senfteiges erklärt werden. Er glaubt, dass im Beginn der Wirkung des Mittels reflektorisch von der Haut aus eine teilweise 1) Naumann, Prager Viertel]ahrschrift 1867 und Zur Lehre von den Eeflex- reizen und deren Wirkung. Pfliigers Archiv. 5. Bd. 1872. 2) Schüller, Über die Einwirkung einiger Arzneimittel auf die Gehu-n- gefässe. Berliner klinische Wochenschrift. 1874. S. 294.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176383_0092.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)