Influenza und dengue / von O. Leichtenstern.
- Leichtenstern, O. (Otto Michael Ludwig), 1845-1900.
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Influenza und dengue / von O. Leichtenstern. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![im Februar 1890, vierzehn Tage nach der Abfahrt von dem „grippefreien Montevideo, auf hoher See (15ü Meilen von der amerikanischen, 700 Meilen von der aft-ikanischen Küste entfernt) bei schönem Wetter eine sehr intensive Grippe-Epidemie aus; von 580 Mann erkrankten 233. Wenn nun auch Monte- video keineswegs grippefrei war, vielmehr ebenso wie Buenos Ayres, Santos etc. bereits Anfangs Februar die Seuche hatte, so verdient der Fall „Duquesne doch einiges Interesse. Entweder sind leichte Infiuenzakranke an Bord ge- kommen, die zunächst keine Aufmerksamkeit erregten, weil sie sich nicht krank meldeten, oder der Keim ist durch Waaren, Wäsche etc. an Bord ge- kommen und hat beim Auspacken derselben 14 Tage nach der Abfahrt von Montevideo die Ansteckung auf dem Schiffe bewirkt. Der englische Marinebericht lehrt, dass der grösste Theil der die verschiedenen Weltmeere befahrenden Schiffe in der Epidemiezeit ] 889—91 unter der Influenza zu leiden hatte. Es ist das leicht erklär- lich. Inficirte Schiffe steckten die Häfen an, welche sie anliefen. Seuchen- freie Schiffe nahmen dort die Influenza in Empfang. Der Weltschiff- fahrtsverkehr von Hafen zu Hafen bildet so einen in sich geschlossenen Eing gegenseitiger Schiffsinfectionen, ganz analog den durch den Eisen- bahnverkehr unter einander verknüpften Seuchenorten des Festlandes. Die Influenza in geschlossenen Anstalten. Diese Anstalten bieten für die Eruirung der Herkunft des ersten Falles, der Einschleppung und Ausbreitung der Seuche besonders günstige Verhältnisse dar. Die amtlichen und privaten Berichterstatter aller Länder haben sich daher beflissen, die diesbezüghchen Erfahrungen zu sammeln und eingehend statistisch zu verwerthen. P. Friedrich und Parsons haben ein enormes Material hierüber zusammengetragen. Wir wollen aus demselben das Wichtigste herausgreifen: Die von dem Verkehre mit der Aussenwelt relativ am strengsten abgesperrten Anstalten, die Gefängnisse, haben einen höchst be- merkenswerthen Schutz gegen das Eindringen der Influenza bewiesen. Das fiel schon Lancisi auf, der aus der Epidemie 1709 in Eom be- richtet, dass die Grefängnisse der „hl. Inquisition von der Krankheit verschont wurden. Eine grössere Zahl von Gefängnissen — aus Deutschland lassen sich deren 21 anführen — ist von der Influenza 1889—90 gänzlich befreit ge- bUeben. Namentlich häufig — in nicht weniger als 39 Anstalten — ist dies in England beobachtet worden, wo selbst Gefängnisse wie das von Portsmoutli, Kendalu. A., welche inmitten schwer von der Seuche befallener Städte liegen, keinen einzigen Fall aufzuweisen hatten. Glas liinroth hat das gleiche Verhalten in Schweden constatirt. und wir stimmen ihm bei, wenn er sagt: ,,Die Influenza überwindet leichter den Eaum von 500—lOUO Kilometer, als die kleine Barriere, welche ihr eine Gefängnissmauer setzt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20390361_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)