Morbus hungaricus : eine medico-historische Quellenstudie, zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Türkenherrschaft in Ungarn / von Dr. Tiberius von Györy.
- Tibor Györy
- Date:
- 1901
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Credit: Morbus hungaricus : eine medico-historische Quellenstudie, zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Türkenherrschaft in Ungarn / von Dr. Tiberius von Györy. Source: Wellcome Collection.
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![cap. 2 gefallen, so habens die armen Knecht wenig genossen. Daher mit mii wol angesehen, das, wan nur die halb Besoldung dem russ\ olckh ordentlich (: monatlich oder wöchentlich:) gereicht wurde, dei Sachen wer schon geholffen. Was vor Jammer vndt Elendt vnter ihnen entstanden, ist nicht zuschreiben. Die ()bersten vndt Haubtleuth haben alczeit Fassnacht gehalten, so doch sie ohne die Soldaten gar verlorne Lenthe sein.“ [p. 34 und 34 V.]. ,,Die 21. Yrsacli ist: Luxuriosa et ebria vita, das gottloise, vnfletige säuisch Leben der Krigssleuthe, dardurch Gott im Ilimmel eiczurnet, \rndt alle fromme Leuth geergert werden. Ich wil nicht sagen, was für Hurerey, Fressen vndt Sauffen, Fluchen vndt schweren Spielen vndt doppeln vberal furlauffet, welches der rechten Krigssdisciplin der Leutschen zuwider, vndt bey kheiner Nation nie gebreuchlich. Dieses ist gewiess, das zehen laussent leutscher mehr Profiant in einem Monatli verczehren, alss dreissig vndt mehr Taussent Turckhen, welche, ob sie schon Lleyden sein, so befleissigen sie sich dennoch der Keuscheit vndt Nuchterkheit, vndt schauhet nur, das sein Ross vndt Sabel wol versehen, sein Leib gebuczet, seine Kleider gesäubert sein. Das sag ich darumb, das vnsere Haubter nicht wollen guete Ordnung leiden, sondern vermeinen, das ihre Hoheit vndt Reputation nur allein bestehe in eusserlichem Pracht, in teg- lichen Pancketen, in Spielen, in Fressen vndt Sauffen, nicht wissent, das dieses jeder Paur thun khonte, vndt ein viel anderer Weg zur Erlangung Lob, Ehr vndt Guth nach Inhalt ihres Beruefs furczunehmen. — Vndt belanget den gemeinen Krigss- man ist der wol entschuldiget, dieweil Fr durch bösse Exempln verführet; aber die grossen Herrn thucn den Sachen zu viel vndt wollen nicht mit einem Brey oder Stuckh Prodt vor guth nehmen, wie vor Zeitten die Römer vndt Deutschen gethan, sondern wollen alle ein freye Taffel halten vndt mit Geichen vndt Drommetten sich teglich hören lassen, welches der arme Krigssmann theur gnug beczahlen muess. Vndt soll bey disem I.eben Gluckh vndt Heil zu hoffen sein“ [pag. 47 und 57 V.] „Ehe ich aber mitt disem Punct schliesse, wil ich fragen, ob es auch Deutscher Krigssbrauch sey, das so viel Weibss- bilder in das Veldt mitgefuhret werden?](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24853124_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


