Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearb. von Carl Günther.
- Günther, Carl, 1854-1929.
- Date:
- 1890
Licence: Public Domain Mark
Credit: Einführung in das Studium der Bakteriologie : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Technik für Aerzte und Studirende / bearb. von Carl Günther. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![sechs Tagen abgestorben zeigten. Es ist dies vielleicht dadurch zu erklären, dass die öligen Fllissigkeiten das völlige Austrocknen etwas verzögerten. Die oben citirten Koch’scheu Desiufectionsversnche haben ein Keihe von grundlegenden Daten festgestellt. Koch wies die völlige Unwirksamkeit von Alkohol, von Glycerin, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol auf Milzhrandsporen nach. Er fand andererseits, dass frisch bereitetes ChlorAvasser, Broni- wasser (2 ; 100), Jodwasser gute Desinficientia sind. Dieselben vernichteten Milzhrands])oren innerhalb eines Tages. Dasselbe that 1 proc. wässerige 0 s m i u m s ä u r e 1 ö s u n g, sowie 1 proc. wässerige Kaliumpermauganatlösnng. Terpentinöl brauchte fünf Tage, 5proc. wässerige Eisen chloridlösiing sechs Tage, 2proc. wässerige Salzsäurelösuug zehn Tage, Äther 30 Tage, um dieselbe Wirkung ausznübeu. Besonders interessant waren die Ergebnisse für wässerige C a r b 01 s ä u r e 1 ö s ii u g e n. Eine 1 proc. sowohl wie eine 2 proc. Lösung wirkten nicht mit Sicherheit auf Milzbrandsporen; eine 3 proc. brauchte sieben Tage, eine 4 proc. drei Tage, eine 5 proc. zwei Tage, um Milzbrandsporeu zu vernichten. Die letzteren Zahlen gelten jedoch nicht für Milzbrandsporeu jedweder Provenienz. Nach den oben citirten Ermittelungen von E. v. Esmarch giebt es Milzbrandsporeu, welche die Eimvirkung 5 proc. wässeriger Carbolsäurelösuug länger als 40 Tage ohne Schädigung ertragen. Als das mächtigste chemische Desinfectiousmittel ergab sich bei denKoch’schen Versuchen das Quecksilberchlorid(Sublimat). Durch eine i/,oproc. wässerige Lösung dieses Körpers zeigten sich Milzbrandsporen innerhalb weniger Minuten vernichtet. Die Milz- brandsporeu wurden bei diesen Versuchen, an kurzen Seidenfäden angetrocknet, dem Desinfectiousmittel ausgesetzt. Nach gewisser Zeit wurden die Seidenfädeu aus der Snblimatlösung herausgenoinmen, mit Wasser und (zur Entfernung der letzten Reste des in Wasser schwer löslichen Sublimats) mit Alkohol abgespült und dann zur Untersuchung der Keimfähigkeit auf künstlichen Nährboden oder in den Körper eines für Milzbrand empfänglichen Versuchsthieres gebracht. Ein Ausbleiben der Entwickelung von Milzbraudbacillen in den Cnlturen resp. das dauernde Gesundbleibeu des Thieres wurde als beweisend angesehen für die gelungene Sporenvernichtuug. Kürzlich hat mm Geppert^) gezeigt, dass das Ausbleiben des Auskeimens und der weiteren Entwickelung der Milzbrandsporeu ') Berl. klin. Woch. 1889. No. 30, 37.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2813333x_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)