Physiologische Versuche an der Gebärmutter in vivo, ihre Vergleichung mit den Versuchen an dem isolirten Organe und einige allgemeine Ergebnisse / von E.M. Kurdinowski.
- Kurdinovskii, Evgenii Mitrofanovich, 1874-
- Date:
- [1906?]
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Credit: Physiologische Versuche an der Gebärmutter in vivo, ihre Vergleichung mit den Versuchen an dem isolirten Organe und einige allgemeine Ergebnisse / von E.M. Kurdinowski. Source: Wellcome Collection.
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![decke] der feuchten Kammer). Hierbei konnte ich mich auch durch Augenschein davon überzeugen, dass die Uteruscontractionen voll- kommen selbstständig entstanden, indem sie sich durch denselben regelmässigen Charakter auszeichneten, der sich an der Curve zeigte. Uebrigens habe ich in meiner, den Versuchen an der isolirten Gebärmutter gewidmeten Arbeit schon die Gründe angeführt, wes- wegen man das isolirtc Organ für das geeigneteste zur Entscheidung dieser Streitfrage halten soll. Zur Vermeidung der Wiederholung werde ich hier nur auf die dort angeführten Angaben hinweisen, die, meiner Meinung nach, einen vollkommenen Beweis dafür liefern, dass automatische Contractionen nicht nur der Gebärmutter eigen sind, sondern vielmehr eine charakteristische Eigenthümlichkeit der glattmuskeligen Gewebe überhaupt darstellen. Was ergaben aber die Versuche an der Gebärmutter in vivo für die Entscheidung dieser Frage? Zuerst wird hier der eben angeführte Einwand hinfällig, denn es kann bei der in diesen Ver- suchen angewandten Methode (s. oben), von mechanischen Reizen, die von den Registrationsvorrichtungen selbst stammen, keine Rede sein. Jedoch wiegt dieser Vortheil eine ganze Reihe negativer Momente nicht auf, welche in den Versuchen an der Gebärmutter in vivo zum \ orschein kommen und auf die Orientirung in dieser frage störend wirken. Vor Allem muss man auf die ausserordent- liche Schwierigkeit, ja sogar Unmöglichkeit der absoluten Isolirung der Gebärmutter in vivo von all ihren Verbindungen mit dem Central- nervensystem hinweisen. Man findet zwar in der Literatur über die Innervation der Gebärmutter eine ganze Reihe von Arbeiten vor, welche zeigen, dass nach dem Durchschneiden des Rückenmarkes, oder nach Zer- störung seines Lendentheiles und sogar nach dem Zerschneiden aller Nervcnverbindungen, die zur Gebärmutter führen, nicht nur ihre Fähigkeit zur Contraction, sondern auch zur Conception, Schwangerschaft und Entbindung bewahrt wird. All diese That- sachen, die von Autoren als Beweise für den Automatismus der i Uteruscontractionen angeführt werden, lassen dennoch einen kräftigen Einwand unberührt, inwiefern nämlich in einem lebenden Thiere die Beseitigung absolut aller Centralnerveneinflüsse durchgeführt werden kann. Ausserdem muss man noch in den Versuchen an lebendem Thiere den noch wenig studirten Einfluss der Narkose auf die Uterus- contractionen in Betracht ziehen, sowie die zahlreichen Reflexer- scheinungen, welche sich unvermeidlich beimischen, wenn das Thier](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22408101_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


