Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1910
Licence: In copyright
Credit: Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
10/228 page 2
![goldenes Bild im Gewicht des zu erwartenden Prinzen zu widmen, lässt freilich den Fall nicht ganz unverdächtig erscheinen. Immer- hin sind derartige hohe Gewichte schon vorgekommen, wenn man den diesbezüglichen Angaben überhaupt Vertrauen schenken will. So berichtet Cazeaux in seinem Traite des accouchements von einem 64 cm langen, 18 Pfund schweren Kind, das i Monat zu spät geboren wurde, Meadows (The Medical Times and Gazette Vol. II for 1860 p. 105) von einem, das 18 Pfund 3 Unzen (avoir du poids) = 8250 g wog, endlich Beach (New-York medical Record, 1879 January) über einen von einem grossen Elternpaar stammenden lebenden Knaben von 11 875 g Gewicht bei 30 (= 76 cm) Länge, 9 (= 22,8) Kopf- und 24 (= 60,9) Brust- umfang. Ein früher geborenes Kind war 9000 g schwer und 24 lang gewesen. Von schwierigen Geburten, mit denen verschiedene berühmte Persönlichkeiten geboren wurden, soll beiläufig die Rede sein. Goethe schreibt von sich in »Wahrheit und Dichtung« erster Theil, erstes Buch init. (Weimarer Sophien-Ausgabe, 26. Bd. 1889 p. Ii): »durch die Ungeschicklichkeit der Hebamme kam ich für todt auf die Welt, und nur durch vielfache Bemühungen brachte man es dahin, dass ich das Licht erblickte«. Und ähn- lich mag es noch manch' anderen ergangen sein, die aufzu- führen kaum ein Interesse hätte. Doch sei des Kaiserschnitts i. w. S., der Ausschneidung der Frucht aus dem mütterlichen Leib (s. u.), gedacht, dem nicht so wenige, als man von vornherein denken möchte, ihr Dasein verdanken sollen. An dem Namen (Sectio Caesarea) ^) haben schon verschiedene Autoren Anstoss genommen. Plinius (Historia naturaHs hb. VII. cap. 9, § 47) versucht bekanntlich eine Erklärung des Worts: »[sie] Scipio Africanus prior natus primusque Caesarum a caeso matris utero dictus, qua de causa et Caesones appellati«. Er führt auch den i) Der im 14. Jahrhundert lebende engUsche Wundarzt John Ar- derne nennt in seiner »Practica« den Unterbindungsfaden bei der von ihm öfters mit Glück ausgeführten Operation der Mastdarmfistel »frae- num Caesaris«.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758735_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


