Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1910
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Credit: Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen. Source: Wellcome Collection.
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![Uffizien-Bild mit guten Gründen in die Schranken getreten. Mit einem Umfang von 50,2 cm war Raf f aels Schädel jeden- falls zu den kleineren gehörig, wie auch Bellori schreibt: »er hatte einen langen Hals, einen kleinen Kopf und war von schlankem Wuchs«. Der Schädel, den Schaaffhausen brachykephal nennt, macht (auf Photographien) eher den Eindruck einer gewissen Schmalheit. Dass die Knochen des Schädels dünn gewesen, ist eine berechtigte Vermutung, freiHch bestehen keine unmittelba- ren, auf Autopsie gegründeten Mitteilungen darüber, etwa in den »Memorie del retrovamento delle ossa di Raffaelle«. Der Anatom, der Raffaels Hand zusammengefügt (Abbil- dung des Gipsabgusses auf 7. Tafel der »Memorie«), ist nach Welcher (1. c. [Archiv] p. 433) nicht korrekt vorgegangen und hat vor allem einen viel zu langen Daumen konstruiert. Des Theophrastus Bombast von Hohen- heim gen. Paracelsus Schädel ist wiederholt untersucht worden. Schon 1812 ist es durch Sömmerring geschehen, der am linken Schläfenbein einen durch äussere Verletzung zu erklärenden Sprung ganz besonders hervorhob. Der übrigens nur von einzel- nen Biographen (z. B. E. J. Hessling) gemeldete gewaltsame Tod des Paracelsus 24. Septbr. 1541 wdrd neuerdings nicht mehr angenommen. Die aller Wahrscheinlichkeit nach demselben zuzu- schreibenden Knochenreste sind zuletzt von C. Aberle i) gründlich untersucht worden. Speziell der Schädel ist mit verlässlichen Abbil- dungen aus dem Salzburger Museum verglichen und befriedigende Uebereinstimmung gefunden worden (1. c. Tafel 2 Fig. 6—9). Die Masse des, übrigens durch Rhachitis etwas verkrümmten und ver- dickten Schädels sind 1. c. p. 48 u. 61 verzeichnet (s. Tabelle p. 26/27), auch das zugehörige Becken zeigt rhachitische Veränderungen; die Körpergrösse des Lebenden wurde auf 151,5 cm geschätzt. Die Ueberreste des Beethoven sehen Skeletts sind von einer dreighedrigen Kommission, A. Weisbach, Toldt, Meynert, I) Grabdenkmal, Schädel und Abbildungen des Theophrastus Para- celsus, Salzburg 1891 (Sonderabdruck aus 27. 28. 31. Band der Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758735_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


