Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1910
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Credit: Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen. Source: Wellcome Collection.
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![wird, so kommt man doch noch auf 2330 g, ein unter allen Um- ständen für einen Geistesgesunden abzuweisendes, unnatürlich hohes Gewicht. S. Th. Sommer ringmeint zu diesem Gewicht: quod si verum est, ad aliud, quam nostrum [hjexagium, componi potest, cranium enim ejus, quod Oxonii vidi, non est insignis magnitudinis«. Nicht unerwähnt mag bleiben, dass man »schwere« Gehirne schon früher, namenthch aber auch in neueren Zeiten öfters gewogen hat. Zumeist hat es sich um pathologische Gehirne von Geisteskranken gehandelt; wohl das schwerste dürfte das von G. C. van Walsem ^) beobachtete, einem 21jährigen epileptischen Idioten zugehörige Gehirn sein, das, ohne auffallende makro- skopische Veränderungen zu zeigen, mit den Häuten 2850 g wog. Ein normales, auffallend schweres Gehirn ist das von Turgen- jew, welches auf 2012 g angegeben wird. Nach Fürst Peter Krapotkin ^) ist es von Paul Bert und dem Chirurgen Paul Reclus auf zwei verschiedenen Wagen gewogen worden, also im- merhin besser beglaubigt, als Cromwell's angeblich noch schwere- res Gehirn (s. o.). G. Dupuytre n's, des ausgezeichneten Chirurgen (f 1835, 57j ährig, s. u.) Gehirn wird zu »2 livres 14 onces« angegeben *) bei 58 cm Kopfumfang, wäre also mit 1437 g anzusetzen; es wird wesenthch übertroffen von dem 1571 g wiegenden, schön gebil- deten und genauer beschriebenen ^) Gehirn von Dmitrij J. M e n- d e 1 e j e w (1834—1908). Ihnen nahe steht das Gewicht der Ge- 1) De corporis humani fabrica. Tomus IV. Traject. ad Moenum. 1798, p. 38, Anmerkung 3. 2) Ueber das Gewicht des schwersten bis jetzt beschriebenen Gehirns. Neurologisches Centralblatt, 18. Jahrgang 1899 p. 578. 3) Memoiren eines Revolutionärs, übers, von M. Pannwitz, II. Bd., Stuttgart 1900 p. 253. 4) Gazette des hopitaux, tome IX, 1835, p. 77. — Le9ons orales de cü- nique chirurgicale faites ä l'Hotel-Dieu ä Paris par Dupuytren, publiees par Brierre de Boismont et Marx, deuxieme edit., Paris 1839, tome I, p. XXXII. 5) V. Bechterew und R. Weinberg, Das Gehirn des Chemikers D. J. Mendelejew. Leipzig 1909 p. 2 [Anatomische und entwicklungsgeschichtliche Monographien, herausgegeben von W. Roux, Heft i].](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758735_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


