Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1910
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Credit: Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen. Source: Wellcome Collection.
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![hirne von H e 1 m Ii o 11 z und von Th, M o m m s e n (1817 bis 1903). Diese, sowie diejenigen von R. W, B u n s e n (1811—1899) und Ad. v. Menzel (1815—1905) sind von D. v. Hansemann ^) genauer beschrieben und abgebildet worden. Bei Helmholtz (geb. 1821), der 8. Sept. 1894 an den Folgen einer umfangreichen Blutung in die rechte Gehirnhälfte starb, nachdem 6 Wochen vorher eine erste bei der Sektion deutlich nachweisbare Apoplexie statt- gefunden hatte, musste wegen der ausgiebigen Zerstörung wichtiger Teile der rechten Hemisphäre (Centrum semiovale, Stammganglien grösstenteils) das Gewicht nach Abzug des Blutes abgeschätzt werden und die Untersuchung vornehmlich auf die linke Hemi- sphäre gerichtet sein. Es fand sich eine besonders reiche Gliede- rung der Gyri, zumal an den Stirnlappen, eine ungewöhnlich starke Entwicklung des hintern Abschnittes der i. Schläfenwindung, die man als das Gehörszentrum ansieht (vgl. p. 21). Auffallend ent- wickelt nach Breite imd »Einteilung« erschien der Praecuneus. Alles in allem zeigte sich, wie auch bei den weiterhin zu beschreibenden drei Gehirnen, das Gebiet der Assoziationssphären (im Sinne Flechsigs) in hervorragender Weise entwickelt, was immerhin einige Anhaltspunkte für die Beurteilung des Gehirns genialer Menschen abzugeben vermag, wenn man auch nicht verschweigen darf, dass solche reiche Gliederung und Entwicklung gelegentlich auch beim Durchschnittsmenschen vorkommt oder dass hoch- begabte Menschen sie durchaus vermissen lassen ^). Das Helm- holt z'sche Gehirn wies keinerlei Atrophie auf, was auch für das mit seinem Gewicht unter dem Gesamtdurchschnitt bleibenden Gehirn des wesentHch älter gewordenen Menzel zutrifft, das neben ungewöhnlich starker Gliederung durch eine ganz auffallende 1) »Über das Gehirn von Hermann von Helmholtz«. Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane; 20. Bd., 1899 p. i (mit 2 Tafeln.) — Ueber die Gehirne von Th. Mommsen (Historiker), R. W. Bun- sen (Chemiker) und Ad. v. Menzel (Maler). Mit 6 Tafeln. Stuttgart 1907. 4 [Bibliotheca medica, Abteilung A. Heft 5]. 2) Ob die Massenhaftigkeit der Fasern des Balkens in direktem Ver- hältnis zur intellektuellen Kapazität steht, wie einzelne annehmen, mag dahingestellt bleiben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758735_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


