Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1910
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Credit: Medicinisches aus der Geschichte / / von Dr Hermann Vierordt, Professor de Medizin an de Universität Tübingen. Source: Wellcome Collection.
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![So erscheint es nicht ganz unnützhch, wenn ein Leibarzt ^) früherer Jahrhunderte schreibt: »Und diese regel merck Euer »Fürstliche Gnaden wol eben / Es soll auch E. F. G. die speyß »wohl keuwen und nicht gächlichen und fräßlichen / oder geytzig- »hchen essen oder nyessen / wann die speyß nymbt die erste »Gestalt der Dewung im Mund. / Es soll auch E. F. G. nymmer so »viel speyß nemen zu aim mal / das der mag davon beschwärt »werd«. Zwei der älteren englischen Könige lässt Chaplin Child^) an Exzessen im Essen sterben, so Heinrich I (f 1135) nach Genuss von Lampreten und daran sich anschliessendem gastri- schen Fieber, Johann ohne Land (1 1216) an überreichlichem Genuss von Cider im Verein mit Sumpf- und Marschfieber, Jeden- falls ist bei letzterem die sonst berichtete Vergiftung nicht erwie- sen, vor allem das ihm von Mönchen angeblich beigebrachte Krö- tengift (!) mehr als unwahrscheinlich. Einiger Fälle von abnormer Fettleibigkeit sei ge- dacht. Bei Ptolemaeus VIII (Euergetes II) gen. Physkon^) driclis des Grossen. Zeitschrift für diätetische und physikalische Therapie, VI. Bd. 1902/03 p. 357. Es ist nicht gerade verwunderhch, wenn Friedrich schon 1742, gleich nach Beendigung des ersten schlesischen Krieges wegen fortgesetzter Verdauungsstörungen, »affectus hypochondriaci«, wie er selbst schreibt, zur Kur nach Aachen muss {Mamlock, Friedrichs d. Grossen Bade- aufenthalt in Aachen, Deutsche Medizinal-Zeitung, 1904 Nr. 25). 1) Ain grundtlichs warhaftigs Regiment, wie man sich mit aller speyß, ge- / tranck, und früchten halten sol, Auch genügsame erfarne / unnd weit- leufftige beschreibung, was zum gesund / tauglich oder untauglich zu brau- chen, es Seyen / Kreuter oder ander wein, Brot, gewächs, / allerley gekochts, Rhohes und un- / gekochts. Fleisch, Wilpret, / vöglen, und was man / nyessen mag. / / An Hertzogen Eberhardt von Wirtemberg / durch den Hocherfarnen Johann Stockar, Doctor / der Artzney zu Ulm, und ganz angenem / kost- freyen artzet geschrieben, und nach / seinem Tod gefunden. / Vornen mit ainer Vorrede, und binden / mit ainem Register. / (MDXXXVIII / 50 Bl. 8 (4) [am Schluss] Getruckt zu Augspurg durch Philipp Ulhart / in Sant Katherinen gassen. / 2) Observations on the medical history of the early kings of England. The medical Times and Gazette, new series. Vol. 14, 1857, p. 211 und 457. 3) cfÜG-xwv bedeutet Schmerbauch. Auch der weise und ehrenwerte](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758735_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


