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Credit: Teratoidversuche bei Tritonen / von ... Hermann Josephy. Source: Wellcome Collection.
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![548 geht. In diesem Zustand verharrt es dauernd, wenn es niclit befruchtet wird, wäh- rend eine Befruchtung es wieder jederzeit zur Entwicklung anregt, als ob nichts mit dem Ei vorgegangen sei.“ Ernst Schwalbe. Herbert von Berenberg-Goßler. Beiträge zm Entwicklungsgeschichte der kaudalen Darmabschnitte und des Urogenitalsystems des Menschen auf terato- logischer Grundlage. Mißbildungen am untersten Abschnitt des Ileum, am Caecum, Processus vermi- formis, Colon, Rectum, Harnblase und äußeren Genitalien. Anatomische Hefte von Merkel und Bonnet, Heft 149. Auf die Arbeit von Berenberg-Goßler soll in den ,,Studien“ aufmerksam gemacht werden, da sie in schöner Weise eine Förderung der normalen Entwick- lungsgeschichte durch Untersuchung einer Mißbildung darstellt. Auf die große Bedeutung der Mißbildungen für* die Kenntnis normaler Entwicklung ist oft und von berufenster Seite hingewiesen. Nicht immer kann jedoch eine Mißbildung Fragen der normalen Entwicklung so klar beantworten, wie im vorliegenden Falle. Die Arbeit ist im anatomischen Institut Frei bürg unter Keibels Leitung entstanden. Äußerlich ließ sich an der Leiche des Neugeborenen Atresia ani et urethrae feststellen. Die äußeren Genitalien waren stark hypoplastisch. Bei der inneren Untersuchung fanden sich die Hoden in der Bauchhöhle, der Descensus war ausgeblieben. Es bestand eine breite Kommunikation zwischen dem untersten Teil des Ileum und dem Caecum mit der Harnblase. Außerdem waren zwei wohlausgebildete Processus vermiformes vorhanden. ,,Eine kurze Bemerkung von Kermauner am Schlüsse der Besprechung der Darmblasenspalte in Schwalbes Morphologie der ]\Iißbildungen, welche besagt, daß nicht nur das Rectum, sondern überhaupt ein großer Teil des Darmes aus der Kloake entstehen müsse, scheint bisher von den Embryologen übersehen worden zu sein“. — Der Verfasser bringt in seinen Ausführungen auf Grund des eben skizzierten Falles den Nachweis, „daß nicht allein das Rectum, sondern auch das gesamte Colon, das Coecum, imd der unterste Teil des Ileum aus der Kloake entstehen müssen.“ Diese Feststellung ist in der Tat sehr wertvoll. Die Beschreibung der Mißbildung ist sorgfältig, bei der Präparation wurde insbesondere auch der Verlauf der Arterien berücksichtigt. Der craniale Teil der Kloake wird — wie der Verfasser in seinen embryolo- gischen Ausführungen darlegt — in unterstes Ileum und Caecum einerseits und Blasenscheitel und Blasenkörper andererseits aufgeteilt, wähi-end aus dem Rest der Kloake Sinus urogenitalis und Harnröhre einerseits, Colon und Rectum anderer- seits hervorgehen. — Der Verfasser nimmt in seinen Ausführungen — wenn, auch nur kurz — Stellung zur Frage der Herkunft des Fruchtwassers. Diese Ausführungen sind freilich wenig erschöpfend und wohl auch nicht geeignet die Frage wesentlich zu fördern. Zum Schluß finden kurze vergleichend anatomische Bemerkungen Platz. Studien zur Pathologie der Entwicklung. Bd. I, Heft .S. Ernst Schwalbe. 36](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22467191_0005.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)