Compendium der pathologisch-anatomischen Diagnostik : nebst Anleitung zur Ausführung von Obductionen sowie von pathologisch-histologischen Untersuchungen / von Johannes Orth.
- Johannes Orth
- Date:
- 1884
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Credit: Compendium der pathologisch-anatomischen Diagnostik : nebst Anleitung zur Ausführung von Obductionen sowie von pathologisch-histologischen Untersuchungen / von Johannes Orth. Source: Wellcome Collection.
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![tiefungen [innere Atrophien] etc.) zu achten. In letzterer Beziehung sind die selten fehlenden durch Pacchionische Granulationen be- wirkten und selbst bis zur Perforation gelangenden Gruben, welche in der Regel zu beiden Seiten des Sulcus longitudinalis liegen, wegen ihrer relativen Bedeutungslosigkeit hervorzuheben. Die Tiefe und Weite der Furchen für die Arteriae meningeae müssen eben- falls beachtet werden, da sie z. ß. durch innere Hyperostose vertieft werden können; doch darf man nicht vergessen, dass auch schon normaler Weise sehr beträchtliche Schwankungen in dieser Beziehung Vorkommen. Bei einer allgemeinen oder doch über eine grössere Strecke ausgedehnten inneren Atrophie des Schädeldaches ist die Oberfläche desselben rauh und wie die mikroskopische Untersuchung der von ihr abschabbaren Massen ergibt, mit grossen Riesenzellen (Osteoklasten) dicht besetzt. Häufig freilich bleiben diese an der Dura hängen, von wo man sie dann aber ebenfalls leicht durch Abschaben erhalten kann. Von grosser Wichtigkeit ist die (normal graugelbe) Färbung der inneren Oberfläche, da oft durch sie allein das Vorhandensein von Veränderungen angezeigt wird. Ich habe dabei vorzüglich die kreideweisse, oft fleckige oder in Folge der häufig zahlreich vor- handenen feinen Gefässfurchen netzförmige Färbung im Sinne, welche durch alle osteophytischen Neubildungen, die wegen ihrer geringen Dicke sonst kaum zu bemerken wären, bewirkt werden (Puerperales Osteophyt am Stirnbein etc.). — Findet sich an irgend einer Stelle der inneren Schädeloberfläche anhaftendes geronnenes Blut, so muss immer der Verdacht einer Fractur entstehen und ist deshalb die betreffende Stelle daraufhin genau zu untersuchen. 4. Aeussere Untersuchung der Dura mater der Convexität. a. Untersuchung der Haut selbst. Nach Entfernung des Schädeldaches liegt nun die harte Hirnhaut vor, welche in Bezug auf ihre Dicke, ihren Spannungsgrad, ihre Farbe und ihren Blutgehalt untersucht wird. Von der Dicke hängt die grössere oder geringere Deutlichkeit ab, mit der die Piavenen und die Gehirnwindungen (erstere bläulich, letztere gelblich-grau) hindurchscheinen; für gewöhnlich müssen diese überall zu sehen sein. Der Spannungsgrad ist nicht für alle Theile derselbe, Orth, Pathol.-anatom. Diagnostik. 3. Aull. r](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28139513_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


