Compendium der pathologisch-anatomischen Diagnostik : nebst Anleitung zur Ausführung von Obductionen sowie von pathologisch-histologischen Untersuchungen / von Johannes Orth.
- Johannes Orth
- Date:
- 1884
Licence: Public Domain Mark
Credit: Compendium der pathologisch-anatomischen Diagnostik : nebst Anleitung zur Ausführung von Obductionen sowie von pathologisch-histologischen Untersuchungen / von Johannes Orth. Source: Wellcome Collection.
182/662 page 158
![(Pericarditis productiva) verbunden, welches sich schon mit blossem Auge auf senkrechten Durchschnitten des Pericards als eine einen bis mehrere Millimeter dicke röthliche weiche Schicht zwischen dem alten Pericard und der Fibrinlage erkennen lässt. Mikroskopisch zeigt diese Schicht das typische Bild des jungen Bindegewebes (zahlreiche Zellen, darunter grössere, häufig spindelförmige, mit grossem Kern versehene [Inoblasten], dazwischen feine Bindegewebs- fädchen und zahlreiche relativ weite Gefässe mit dünner, deutlich zelliger Wand). Die Gefässe gehen aus denjenigen des alten Peri- cardiums, welches leicht an seinem Gehalt an elastischen Fasern erkannt werden kann und gleichfalls eine zellige Infiltration zeigt, hervor. An der Oberfläche des Granulationsgewebes sieht man dieses in unregelmässiger Weise in die Fibrinmassen eindringen, so dass häufig kleine Fibrinhäufchen ganz von der Haupt- masse abgetrennt und von dem Granulationsgewebe umwachsen sind. Zur Untersuchung werden Querschnitte der Haut mit Pikro- liihioncarmin gefärbt, wodurch die fibrinösen Massen eine gelbliche Färbung erhalten. Eiterige Entzündungen (Pericarditis suppurativa) sind seltener und wenn sie nicht von Traumen oder aus der Fortleitung von einer Mediastinitis suppurativa, Caries costarum, Gangraena pulmonum etc., in welchen Fällen sie oft einen jauchigen Charakter haben, abgeleitet werden können, erwecken sie immer den Verdacht, durch maligne Processe am Herzen (metastatische Abscesse) her- vorgerufen worden zu sein. In vielen Fällen wird man dort an dem sogenannten parietalen Blatte, hier an dem visceralen (Epicard) aus-einer partiellen stärkeren Veränderung, besonders Necrose, den Ort, von wo die Entzündung ausging, ableiten können. Bei länger bestehender eitriger Pericarditis sieht man meistens in ähnlicher Weise, wie es soeben von der fibrinösen angegeben wurde, eine Granulationsneubildung auf dem Pericard sitzen,, welche gerade hierbei oft eine sehr beträchtliche Dicke besitzt. Hämorrhagische Beschaffenheit der Exsudate (Pericar- ditis haemorrhagica) ist immer das Zeichen einer schweren, meist tuberculösen Affection. Auf dem sonst dünnen und vollkommen durchscheinenden Pericardium finden sich in sehr vielen f ällen und ohne dass ihnen eine besondere Wichtigkeit zukäme, beschränktere oder ausgedehntere](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28139513_0182.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


