Ueber Keratose : oder die durch Bildung von Hornsubstanz erzeugten Krankheiten und ihre Behandlung / von Hermann Lebert.
- Hermann Lebert
- Date:
- 1864
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Credit: Ueber Keratose : oder die durch Bildung von Hornsubstanz erzeugten Krankheiten und ihre Behandlung / von Hermann Lebert. Source: Wellcome Collection.
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![verhornte und sich mit einem krustenliaften Ansschlage bedeckte, der von der fläche beider Risse seinen Anfang nehmend und von unten nacli oben sich fortsetzend innerhalb o Woclien die ganze Körperoberfläche überzog, so dass nur die Flanta pedis und die behaarte Kopfhaut frei blieb, während das. Gesicht nur mit Schüppchen und zarten Abschilferungen überzogen war, die sich von Zeit zu Zeit abstiessen und Avieder ersetzten. Im 12. Jahre begann anch die Kopfhaut sich mit dicken Krusten zn belegen. Der Kranke, im vollkommenen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten, giebt an, dass seine Eltern und GeschAvister vollkommen gesund seien, und dass auch seine übrigen Verwandten durchaus nicht mit einem ähnlichen oder überhaupt einem Ausschlage behaftet wären. Er hat nun zur Heilung seines Ansschlag’s nutzlos verschiedene Kuren durchgemacht und kommt jetzt Hilfe suchend in die medicinische Klinik. Der Kopf des Kranken ist besonders an seiner vorderen und hinteren Parthie mit mattgelben 7'^ü!i;w.sborkcn bedeckt, trocken, mit dem ihm eigenthümlichen Geruch. Diese Borken lassen sich nnr schwer aus den entsprechenden Cw/w-Yei’tielüngen heransuehmen. Das Haar ist dünn, trocken, rissig und Sitz von häufigem Jucken. Hinter den Ohren und dem Kacken gehen die parasitischen Pilze bis zur Grenze des Schuppenausschlags und finden sich noch ein- zelne zwischen ihnen zerstreut bis zum untersten Halswirbel, an einem Orte, aa’O schon längst die behaarte Kopfhaut aufgehört hat. Einzelne Sporen, Avelche denen des Oidiiim gleichen, finden sich über die Borken des Körpers zerstreut. Die Stirn zeigt die Haut- furchen tiefer und eine ]\Ienge Aju/c/c/v/rA-Sei nippen von kaum Y2 -Mw- Dicke auf 2—o Mm. Breite und Höhe. Diese sehen mehr Schuppen ähnlich. Die Ghihella bis zum obern Theil der Käse zeigt denselben Ueberzug. Anf den Augenlidern ist nur ein leichter, kleiiger Anflug. Die Wangen zeigen eine rissige, schuppige welche nach dem Ohre zu dickschuppiger wird. Diese Schuppen zeigen sich nur im Centrum befestigt, Avährend die Ränder losgelöst sind. Kirgends sieht man erweiterte Ausgänge der Talgdrüsen. Am Kinn sitzen einzelne dickere gelbbräunliche Borken mit tieferen Furchen, jedoch haben die dicksten Schuppen kaum 1 Linie Diu-chmesser. Der obere Theil des Halses ist viel weniger mit Borken bedeckt, als der mittlere, untere und seitliche Theil. Hier fangen bereits die Borken an, die schmutzig graubraune, steif hervorstechende Physiognomie anderer Körpertheilc zu bekommen. Sie haben hier bereits die Dicke von IY2 Linie. Zwischen den mit Borken dick belegten Stellen finden sich glatte oder nur mit dicker Epidermis versehene, Avelche jedoch nur leicht höckrig hervorragen und mit Hecht, — Avas auch die mikroskopische Untersuchung ergiebt — auf eine Verdickung des LV//jf//«rkörpers schliessen lassen. Diesem entsprechend sieht man in den mit 7t«/i lauge von 5 behandelten Präparaten kleine mit concentrischen - Schichten umkleidete Grübchen, Avelchc den 7f(/>^7to•-Erhöhungen entsprechen, während in den Krusten ausser 9*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22336096_0141.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)