Ueber Keratose : oder die durch Bildung von Hornsubstanz erzeugten Krankheiten und ihre Behandlung / von Hermann Lebert.
- Hermann Lebert
- Date:
- 1864
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Credit: Ueber Keratose : oder die durch Bildung von Hornsubstanz erzeugten Krankheiten und ihre Behandlung / von Hermann Lebert. Source: Wellcome Collection.
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![später histolog-isch genau untersucht und in meinem grossen Atlas abgebildet habe. Das Horn kam von einer 70jährigen Frau. Es war spiralig gewunden, wie die-Widderhörner, 15 Ctmr. lang auf —2 Ctmr. Dicke an seiner Basis. Es wog 11 Gramm. Der Sitz desselben war auf dem mittleren Theile des Scheitelbeins. Zuerst hatte sich dieser Auswuchs im Alter von 40 Jahren gezeigt; sobald jedoch derselbe eine gewisse Grösse erreichte, riss ihn die Kranke ab. Nachdem sich das Horn 15—20 Mal erneut hatte, erreichte es jedoch einen Umfang und eine Festigkeit, dass die Kranke es nicht mehr selbst entfernen konnte. Als'.die Frau das Horn operiren lassen wollte, war es seit 3 Jahren wieder gewachsen. Eine Ligatur wurde an die Basis des Horns angebracht und nach einigen Tagen kam die Trennung beinahe vollständig zu Stande und wurde durch ein paar Scheerenschnitte vollendet. Einige Tage später entwickelte sich bin Eiysipel, welches, in Verbindung mit einem alten Katari’h, in wenigen Tagen den Tod herbeiftihrte. Die Leichenöffnung zeigte, dass dieses Horn ausschliesslich seinen Sitz in der Dicke der Haut hatte. Um die Basis herum fanden sich einige starkentwickelte Talgdrüsen. Auf der ganzen Länge ist das Horn gestroilt und wie aus Längslagen zusammengesetzt. Durchschnitte in verschiedenen Bich- tungen zeigen überall epidermoidale Struktui’. Auf den Längs- schnitten zeigen die Blättchen ein fast fibröses Aussehen, auf den Querschnitten jedoch sieht man concentrische Lagen von Epidermis- blättchen ohne Kern. Im Centrum dieser concenti-ischen Gru])pen nach der Basis zu sieht man den Durchschnitt von Blutgefässen mit einem trockenen rÖthlichen IVd-sina gefüllt, welches, in Wasser gebracht, dieses roth färbt. Ausserdem findet man in den Quer- schnitten unregelmässig eiförmige Lücken. Die genaue mikrosko- pische Untersuchung der Hautbasis des Horns zeigt nirgends Spuren einer Balggeschwulst. SechnzehnterFalL 1) e n o n v i 11 i e r s theilte der Pariser chirur- gischen Gesellschaft in der Sitzung vom 1. Juli 1852 folgenden hall mit, von welchem ich auch in einer der letzten Lieferungen meines pathologischen Kupierwerks das durch die Operation hinweg- pnommene^Horn mit seiner Hülle abgebildet habe. Eine ungefähr 50jährige krau koiilmt ins Spital, um sich wegen einer gewissen Menge von Geschwülsten des Behaarten Kopftheils behandeln zu lassen. Sie trägt deren 12 auf dem Kopfe, welche alle die Cha- raktere der Balggeschwülste zeigen. Denonvilliers entschliesst sich, die beiden grössten hinwegzunehmen. Bei der Untersuchung con- statirt er, dass die eine sehr hart auf der einen Seite und weich auf der andern ist. Durch Druck findet man, dass ein fremder harter Körper in der Geschwulst liegt, welcher von pyramidaler *) Hullctins, de l;i socictd de Chirurgie de Paris, T. IT. p. 622.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22336096_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)