Die angeborenen Kolobome des Augapfels : eine antatomische und klinische Studie / von Emil Bock.
- Emil Bock
- Date:
- 1893
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die angeborenen Kolobome des Augapfels : eine antatomische und klinische Studie / von Emil Bock. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
33/235 page 27
![Schrumpfung des Augapfels bemerkt man, dass die Retina hie und da blasen- förmig abgehoben ist. Der Mittellinie der unteren Augapfelhälfte entsprechend ist eine auffallende scharf umgrenzte Pigmentanhäufung zu sehen. Dieselbe er- streckt sich von der Ora serrata bis über den Acquator bulbi. Sie ist aus einer an die Ciliarfortsätze anschliessenden dichten Pigmentirung nach rückwärts zu verfolgen. Indem sich diese Pigmentschichte an den Orbiculus eiliaris flügelähnlich anlehnt, verbreitert sie sich nach rückwärts sackförmig und zeigt im Äquator eine tiefe Einschnürung. Die breite Pigmentstrasso in der Gegend der Ora serrata hebt sich besonders nach innen sehr deutlich ab, weil die ganze innere Hälfte der Aderhaut auffallend pigmentarm ist, im Gegensatz zu der dunkelgefärbten äusseren Hälfte. Die Netzhaut haftet an den Rändern der Pigmentanhäufung am Boden des Augapfels sehr fest, diese selbst aber überzieht sie als ein flordünnes Häufchen. (In der Zeichnung ist die Netzhaut, um dieses Verhältnis zu ver- anschaulichen, an ihrer Peripherie mit zackigen ausgerissenen Rändern dargestellt, während die häntchenartige Überdeckung des grossen Pigmentfeldes in dem hinteren Abschnitte desselben angedeutet ist. Das von der Papille aus sich er- streckende schmale hellweisse Feld der Zeichnung ist auch die Netzhaut.) Die ganze Pigmentanhäufung ist etwas nach aussen von der Mittellinie verschoben. In unmittelbarer Nähe der Sehnerven sc heibe liegt ein mit seiner Längsaxe demunteren mittleren Meridian entsprechend gelagerter elliptischer Defect, dessen Dimension 4 mm : 3 mm sind, und welchem einer beiläufig 3 mm tiefen Grube entspricht. Die Mündung dieser Höhle ist durch eine Membran bedeckt, welche in der Höhe der inneren Augapfelfläche verläuft. Es muss noch hervor- gehoben werden, dass an den Ciliarfortsätzen im Bereiche der Spalte zahlreiche kleine faltenähnliche und höckerige Gebilde haften, welche diesen Stellen ein zierliches, drusiges Aussehen verleihen. Weiters, dass in dem inneren unteren Quadranten der Ader haut hie und da fleckige Anhäufungen von Pigment zu finden sind. Die Linse zeigt in der Mitte ihrer Circumferenz eine seichte Ab- plattung, so dass der untere Linsenbogen niedriger ist als der obere. Mikroskopischer Befund. Die Iris ist im Bereiche des Koloboms kurz, gedrungen, mit keulen- förmiger Verdickung am Schenkelrand. Das Uvealpigment ist an der Hanterfläche auffallend kräftig entwickelt, mit zahlreichen knopfförmigen Excrcscenzen. Am inneren Kolobomschenkel ist dieses Pigment gegen die Vorderfläche weit um- geschlagen (Ectropium uvea;). Der schon makroskopisch gesehene flottirendc Pigmentfortsatz ist eine fadenförmige Fortsetzung des Uvealpigmentes. Vom Rande des äusseren Kolobomschenkels ragt ein pigmentloser Faden in das Bereich der Spalte ; sein zartes Bindegewebe lässt sich in das Irisstroma ver- folgen. Die Regenbogenhaut ist reich an runden Zellen mit gekörntem Leibe, und an grösseren Zellen, welche mit hellbraunem Pigment erfüllt sind. Der Schliess- niuskcl der Regenbogenhaut hört ober der Spalte auf. Die Pigmentiruiig im Stroma der Iris und der langgestreckten Ciliarfortsätze ist anregelmässig. Diese sind flach, so dass der hintere Iriswinke] sehr stumpf ist. Die schon makro- skopisch beobachtete Spalte im Corpus ciliare äussert sich mikroskopisch durch ein Auseinanderweichen derselben, so dass eine breite Lücke in der unteren Medianlinie des Ciliarkörpers zu sehen ist. Gleichzeitig sind aber die unteren Ciliarfortsätze nach rückwärts verzogen; denn man bemerk! noch Ciliar-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21643180_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


