Rapide Wucherung und Ausbreitung eines Mammacarcinoms nach zwei schweren Erysipelanfällen von 15- resp. 10tägiger Dauer / von F. Neelsen.
- Neelsen, F. (Friedrich Carl Adolf), 1854-1894.
- Date:
- [1884?]
Licence: Public Domain Mark
Credit: Rapide Wucherung und Ausbreitung eines Mammacarcinoms nach zwei schweren Erysipelanfällen von 15- resp. 10tägiger Dauer / von F. Neelsen. Source: Wellcome Collection.
2/6 page 2
![ödematös, eben so die rechte Brust. Am 18. bei weiterer Tempera- tursteigerung bis auf 41,6 bemerkte man zuerst deutlich erysipela- töse Röthung der Haut zwischen der Wunde und der rechten Brust. Von dieser Stelle aus verbreitete sich allmählich ein schweres Erysipel über die Haut der rechten Brust und wanderte über den Rücken bis wieder auf die linke Seite. Am 20. Februar bemerkte man den Beginn eines rechtsseitigen pleuritischen Exsudates, welches am 24. wegen starker Dyspnoe punktirt wurde und 3/4 Liter klarer seröser Flüssigkeit lieferte. Um dieselbe Zeit entwickelte sich eine oberflächliche Gangrän der Haut über dem Tumor, in der Ausdehnung eines Zehnpfennigstückes. Den 28. über dem rechten Pectoralisrand bei Röthung und Schwellung der bedeckenden Weichtheile deutliche Fluktuation. Bei Incision entleert sich aus einem hinter dem Mammatumor gelegenen Abscess reichlicher gelber Eiter (in welchem Mikroorganismen nicht nachgewiesen werden konnten). Die Temperatur schwankte während der Dauer des Erysipels zwi¬ schen 39 bis 41 und sank erst mit dem völligen Abblassen desselben (nach lötägiger Dauer!) am 3. März auf die Norm. Aus der Inci- sionswunde an der rechten Achsel fand noch mäßige Sekretion von Eiter statt; der Tumor der rechten Brust erschien nach dem Erysipel etwas geschrumpft. Der Zustand der Pat. blieb in den folgenden Tagen ein relativ guter, bei nur wenig erhöhter Temperatur, bis sich am 25. März unter Schüttelfrost und Erbrechen ein neues Erysipel an der rechten Mamma entwickelte, welches in einem Zeitraum von 10 Tagen sich über die ganze rechte Thoraxhälfte und die rechte Schultergegend ausbreitete. Mit dem Abblassen desselben am 4. April waren auch die Kräfte der Kranken erschöpft; unter den Erscheinungen der zu¬ nehmenden Herzschwäche erfolgte nach 3tägiger Agonie der Tod am 8. April. Die von mir 10 Stunden post mortem ausgeführte Sektion ergab als wesentliche Veränderungen der inneren Organe: Diffuse Verfettung der Herzmuskulatur, Lungenödem, alte adhäsive Pleuritis rechts und abgesacktes eitrig seröses Exsudat in dem hinteren unteren Theil des rechten Pleurasackes. Schlaffer Milztumor. Fettleber. Den Befund an der rechten Mamma theile ich ausführ¬ licher mit. Rechte Mamma nach allen Richtungen ziemlich gleich¬ mäßig vergrößert, hart. Mamilla verstrichen, Flaut über dem Tumor kaum verschieblich. Außen und unten vom Warzenhof zeigt die im l b r i g e n intakte, nur grob ab schilfernde Haut eine 2 cm im Durchmesser haltende Stelle von weißlicher, narbiger Beschaffenheit. Am oberen äußeren Rande der Mamma neben der Achselhöhle eine für einen starken Bleistift durchgängige, 3 cm tiefe Fistelöffnung mit verfärb¬ ten Rändern und geringem eitrigem Inhalt, welche an den Rand, resp. auf die Hinterfläche der vergrößerten Mamma führt. Muskulatur der rechten Brusthälfte mit dem Mammatumor untrennbar verwachsen und von zahllosen kleinsten bis bohnengroßen, meist entsprechend der il® K'O^ 0 liiiiti iifldi l»PP llui'C jedoi I« und xiii; lis I hti iirec n:me 'dm 'teil iilüli ■eole lireb ml jwlt m b ndfiL iiil isir nler her 15T f ilbit rede b/sv Ty[)e *!e biH;, Ui k ] if!iile !:V H.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30579569_0002.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


