Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Babylonien und Assyrien / von Bruno Meissner. Source: Wellcome Collection.
87/598 page 75
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![bestimmt, Asarhaddon mit Übergehung älterer Brüder die Thron¬ folge zu sichern, sondern hat dann schließlich, nachdem sie Asar¬ haddon überlebt, auch bei der Thronfolge Assurbanipals wieder ihre Hand im Spiele gehabt. Noch zu dieser Zeit wettert die alte Dame: ,,[TFcnn] ihr von heute ab, falls man ungünstige [Reden] von Aufruhr [gegen] Assurbanipal, den König von Assyrien, euern Herrn, [spr]icht, nicht zu mir kommt und die Zakütu, seine Gro߬ mutter, und Assurbanipal, den König von Assyrien, euern Herrn, benachrichtigt, ivenn ihr von Mord und Totschlag gegen [Assur]- banipal etwas hört [und nicht] zu mir kommt und die Zakütu und Assurbanipal [nicht be]nachrichligt, und wenn ihr, falls [irgend ein] Böseivicht gegen Assurbanipal und mich intriguiert, nicht zu mir kommt [und vor Zakü]tu und Assurbanipal nicht aussagk'\ dann soll es euch schlecht ergehen. Entsprechend ihrem großen Einfluß hat Naqi’a (und ebenso vermutlich auch manche andere Königin-Mutter) eine eigene Hofhaltung mit zahlreichen Beamten und Dienern (s. S. 131), sie bezieht eigene Einkünfte aus Lände¬ reien, ja hat sogar eine eigene Kesidenz. Demgemäß läßt sie in verschiedenen Tempeln in ihrem Namen Opfer bringen und Orakel befragen, in einer Weihinschrift redet sie sogar von ihrer Regie- nmg2. Der Priester Ascharidu „betet täglich zu N er gal und Las für das Leben der Seele des Königs und der Königin-Mutter, unserer Herren''^. Sogar der König beeilt sich, ihre Anordnungen schnell auszuführen: „Handschreiben des Königs an die Königin-Mutter. Mir geht es gut, möge es der Königin-Mutter auch gut gehen. Wie sie mir inbetreff ihres Dieners Amuse geschrieben hat, habe ich sofort, wie die Königin-Mutter befahl, angeordnet. Es ist alles in bester Ordnung, ivie du befahlsf'^^. Als sie einmal krank war, erkundigt sich ihr Sohn voll Sorge bei dem Sonnengott, ob sie von der Krankheit genesen würde^. Nächst der Königin-Mutter war die „Palastdame''\ d. h. des Königs Gemahlin, die einflußreichste Frau am Hofe, doch spielt sie in der Politik seltener eine Rolle wie die alte Mutter des Herr¬ schers. Sanherib läßt für seine Gattin, jedenfalls wieder die eben erwähnte Naqi’a, einen eigenen Palast in der Stadt Kakzi, der verfallen war, restaurieren®. Sie hat ebenfalls einen besonderen Hofstaat mit selbständiger Kanzlei^ Beamten und Handwerkern, sowie Gesinde und Sklaven. Auch Asarhaddons Gemahlin muß i ABL. Nr. 1239 Rs. 2ff. 2 aOTU. I, 124ff » aBL. Nr. 257, 7ff. 4 ABL. Nr. 303. ^ GS. Nr. 101; 102 ® ABL. Nr. 389, 8ff. ' ADD. 1141, 45; vgl. 185, 20; 207, 25.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982753x_0001_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)