Die Amputationen an Professor Billroth's Klinik 1877-1880 : ein Beitrag zur Amputations-Technik und Wundbehandlung / von Anton Wölfler.
- Anton Wölfler
- Date:
- 1882
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Credit: Die Amputationen an Professor Billroth's Klinik 1877-1880 : ein Beitrag zur Amputations-Technik und Wundbehandlung / von Anton Wölfler. Source: Wellcome Collection.
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![In der That zeigten uns auch die praktischen Er- fahrungen, welche wir seit etwa IVg Jahren an Herrn Prof. Billroth's Klinik zu sammeln Gelegenheit hatten, dass wälirend dieses Zeitraumes auch ohne Anwendung des Sprays bei Beachtung einer sorgfältigen Irrigation mit opercentiger Car- bolsäurelösungderWundverlauf, wenn nicht besser, so doch ebenso günstig sich gestaltete, wie zur Zeit, als ausschliesslich bei allen antiseptischen Operationen Carbolspray in Anwendung kam.*) Die gleichen Erfahrungen haben bekanntlich die hervor- ragenden Chirurgen v. Bruns und Trendelenburg gemacht. Wenngleich die nachfolgenden Zahlen wegen ihrer Kleinheit und wegen der Individualität jedes einzelnen Falles keineswegs berechtigen, aus ihnen ganz bestimmte Schlüsse zu ziehen, so werden sie dennoch eine ungefähre Vorstellung geben können über den Wundverlauf bei jenen Amputationen, welche unter Carbol- oder Thymolspray und bei jenen, welche ohne Spray ausgeführt wurden. 1. Bei 32 Amputationen wurde unter Carbolspray operirt; luitor diesen trat bei 21 (65-6°/J die Heihuig per primam intentionem ein, bei 8 (25/o) pei secundam intentionem, 3 Fälle endigten tödtlich (l an Septhämie, 1 an Pj'ämie und 1 an Carbolintoxication). Der letztere Todesfall fällt wolil scliwer ins Gewicht zu Ungunsten des Carbolsprays.- Bei 19 Amputationen wurde ohne Spray operirt; unter diesen trat die Heilung per primam intentionem bei 12 Fällen (63 1%) ein, die Heilung ])er secundam intentionem bei 6 (31.6%), 1 Kranker starb an f'ollaps. Zu jenen Fällen, in welchen Eiterung eintrat, bedarf es einer kurzen Erläuterung. In 2 Fällen Avar die Eiterung minimal, in 2 anderen wurde die Wunde mit '/loP^i'^^i^tiger Thymollösuug ausgewaschen, bei einem dritten Kranken wurde wegen Gangraena senilis amputirt, es trat wieder Gangrän der Manchette ein, und im sechsten Falle (Schidter- onucleation) bestand schon vor der Operation eine ausgedehnte Eiterung und eine grosse Zahl von Fistelgängen. 3. Bei 18 Amputationen wurde unter Thymolspray operirt; es erfolgte nur bei 7 Kranken (38-87o) die Heilung per primam inten- tionem, bei 11 Kranken (61-1%) trat Eiterung ein. '■') Unsere Anschauungen über diese Frage änderten sich auch nicht im Geringsten trotz einer in jüngster Zeij; von Rydygier erschienenen Arbeit, in welcher noch einmal versucht wurde, die Bedeutung und Wichtigkeit des Sprays hervorzuheben. W (') 1 f I e r, Amputationen. 6](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2230213x_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


