Die Amputationen an Professor Billroth's Klinik 1877-1880 : ein Beitrag zur Amputations-Technik und Wundbehandlung / von Anton Wölfler.
- Anton Wölfler
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Amputationen an Professor Billroth's Klinik 1877-1880 : ein Beitrag zur Amputations-Technik und Wundbehandlung / von Anton Wölfler. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
86/108 page 82
![Man kann aus diesen Zahlen so viel entnehmen, dass bei den unter Thymolspray Amputirten am häufigsten Eite- rungen eintraten, und dass der Wundverlauf bei den ohne Spray Amputirten keineswegs ungünstiger war, als bei den unter Carbolspray operirten Kranken. Ich glaube demnach, dass man keinen Fehler gegen die antiseptischen Principien begeht, wenn man von der Anwendung des Sprays vollständig absieht und an Stelle dessen vor Vereinigung der Wunde die letztere mit Spercentiger Carbolsäure reinigt. Man wird fernerhin vor der Operation bereits die Ent- scheidung getroffen haben, in welcher Weise die Blutstillung zu besorgen sei. Bei der antiseptischen Wundbehandlung können nur mehr zweierlei Methoden in Frage kommen: die Torsion des Gefässendes und die Ligatur. Die Torsion ist sicherlich ein ebenso bequemes als rasch auszuführendes Verfahren, und es unterliegt gar keinem Zweifel, dass dieselbe auch an grösseren Gefässstämmen mit Erfolg auszuführen ist; so erinnere ich mich eines Falles, in welchem Herr Prof. Billroth die Arteria cruralis eines ] 4jährigen Knaben ohne irgend welchen Nachtheil torquirte. Es traten in keinem Falle Nachblutungen ein. Dennoch muss man der Torsion nachsagen, dass sie unter Umständen, unter welchen die Ligatur immer noch anzuwenden ist, nicht mehr ausgeführt werden kann; dünnwandige, zarte, verfettete oder verkalkte Gefässe reissen oder brechen während der Torsion. Auch ist die Torsion noch insoferne umständlich, als man das zu torquirende Gefäss immer auf eine, wenn auch nur kurze Strecke frei zu legen hat; bei grossen Gefässen lässt sich dies leicht ausführen, weniger gut bei kleinen Arterien, da dieselben selbst bei normaler Beschaffenheit ihrer Wandungen leicht einreissen. Aus diesen Gründen erscheint es immer noch am vortheilhaftesten, die Gefässe zu ligiren. In zweiter Linie wird man zu bestimmen haben, welches Unterbindungsmateriale zu wählen sei. In neuerer . Zeit wurden hauptsächlich dreierlei Ligaturfäden in Betracht gezogen: das gewöhnliche Katgut, das Chromkatgut und die ,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2230213x_0088.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


