Erkenntnis und Irrtum : Skizzen zur Psychologie der Forschung / von Ernst Mach.
- Ernst Mach
- Date:
- 1920
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Credit: Erkenntnis und Irrtum : Skizzen zur Psychologie der Forschung / von Ernst Mach. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Die Bestandteile meines Befundes im Raume hängen also nicht nur im allgemeinen voneinander ab, sondern insbesondere auch von den Befunden an meinem Leib, und dies gilt mufatis mutandis von den Befunden eines jeden. Wer nun auf die letztere Abhängigkeit aller unserer Befunde von unserem Leib einen übertriebenen Wert iegt, und darüber alle anderen Ab¬ hängigkeiten unterschätzt, der gelangt leicht dazu, alle Befunde als ein bloßes Produkt unseres Leibes anzusehen, alles für „sub¬ jektiv“ zu halten. Wir haben aber die räumliche Umgrenzung U unseres Leibes immer vor Augen und sehen, daß die Befunde außerhalb U ebensowohl voneinander, als auch von den Be¬ funden innerhalb U abhängen. Die Erforschung der außerhalb U liegenden Abhängigkeiten ist allerdings viel einfacher und weiter fortgeschritten, als jene der U überschreitenden Abhängig¬ keiten. Schließlich werden wir aber doch erwarten dürfen, daß letztere Abhängigkeiten doch von derselben Art sind wie erstere, wie wir aus der fortschreitenden Untersuchung fremder, außerhalb unserer U- Grenze gelegener Tier- und Menschenleiber mit zu¬ sehends wachsender Sicherheit entnehmen. Die entwickelte, mehr und mehr auf Physik sich stützende Physiologie kann auch die subjektiven Bedingungen eines Befundes klarlegen. Ein naiver Subjektivismusy der die abweichenden Befunde derselben Person unter wechselnden Umständen und jene verschiedener Personen als verschiedene Fälle von Schein auffaßte und einer vermeint¬ lichen sich gleichbleibenden Wirklichkeit entgegenstellte, ist jetzt nicht mehr zulässig. Denn nur auf die volle Kenntnis sämtlicher Bedingungen eines Befundes kommt es uns an; nur diese hat für uns praktisches oder theoretisches Interesse. 7. Meine sämtlichen physischen Befunde kann ich in derzeit nicht weiter zerlegbare Elemente auflösen: Farben, Töne, Drücke, Wärmen, Düfte, Räume, Zeiten u. s. w. Diese Elemente]) zeigen sich sowohl von außerhalb Uy als von innerhalb U liegenden Umständen abhängig. Insofern und nur insofern letzteres der *) V§L Analyse d. Empfindungen. 4. Aufl. 1903. — Ich möchte hier auch auf die sehr interessanten Ausführungen von R. v. Sterneck hfnweisen, obwohl ich in manchen Punkten anderer Meinung bin. (v. Sterneck, Uber die Elemente des Bewußtseins. Ber. d. Wiener philosophischen Gesell¬ schaft. 1903.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29816026_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)