Die physiologischen und pathologischen Beziehungen der weiblichen Sexualorgane zum Tractus intestinalis und besonders zum Magen / von Erwin Kehrer.
- Kehrer, Erwin, 1874-1959.
- Date:
- 1905
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Credit: Die physiologischen und pathologischen Beziehungen der weiblichen Sexualorgane zum Tractus intestinalis und besonders zum Magen / von Erwin Kehrer. Source: Wellcome Collection.
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![eine ziemliche Übung voraus und ist infolge des bei den einzelnen Individuen verschieden entwickelten Farbenunterscheidungsvermögens in ziemlich hohem Grade dem subjektiven Ermessen des einzelnen Unter- suchers anheim gegeben«. Meiner Ansicht nach kann eine sehr genaue Prüfung bei möglichst genau derselben Tagesbeleuchtung und bei Vor- nahme der Untersuchung von stets demselben Beobachter diese Nach- teile auf ein Minimum reduzieren; die kleinen Ungenauigkeiten, wie sie auch bei dem Farbenumschlag hei der Günzburgschen Probe Vorkommen können, werden durch die schnelle Ausführbarkeit der Methode ausgeglichen. Wenn ich mich daher einei'seits nicht ent- schliessen konnte, das einmal angewandte Töpfersche Verfahren aufzu- geben, so behielt ich andrerseits auch noch die Günzburgsche Probe bei, weil die grosse Mehrzahl der von den Magenpathologen vorgenommenen klinischen Untersuchungen mit dieser Methode ausgeführt zu werden pflegen, und weil so am ehesten Vergleiche zwischen den von mir ge- fundenen Säurewerten mit denen bei gesunden jugendlichen Frauen, wie sie von jedem Magensaftuntersucher erhoben werden, möglich sind. Die Anwendung beider Methoden gestattete überdies einen Vergleich auf ihre Empfindlichkeit. Die quantitative Bestimmung der freien Salzsäure mit Günzburgs Phlorogluzin-Vanillin geschah nun in folgender Weise: Nach vor- herigem Nachweis der Existenz freier HCl. durch Dimethylamidoazobenzol wurden 2 ccm Filtrat mit 3 Tropfen des Reagenz versetzt und tropfen- weise 1 /jo NaOH. aus der in Zehntel ccm eingeteilten Bürette zu- gegeben. Dann wurden nach Zusatz von wenigen Tropfen Lauge jedesmal 1—2 Tropfen Filtrat auf einen Porzellanlöffel gebracht und dieser langsam erhitzt. Im Moment, da der von HCl. herrührende rote Spiegel aushlieb, wurde der Verbrauch der zur Bindung der freien HCl. nötig gewesenen ccm 1/]0 NaOH. notiert, und der allgemeinen Gepflogenheit entsprechend umgerechnet in denjenigen Zahlenwert von !/io NaOH., welcher 100 ccm des gleichen Magensaftes neutralisieren würde. Die dieser Zahl entsprechenden Salzsäurewerte sind aus fol- gender Tabelle abzulesen. Normallauge in com 0,1 = 0,18 °/oo — 5 0,2 = 0,36 °/oo — 10 0,3 = 0,55 °/oo = 15 0,4 = 0,73 °l 00 = 20 0,5 = 0,91 °/oo = 25 Starke Hypochlorhydrie. Hypochlorhydrie. Neigung zur Hypochlorhydrie.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718441_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


