Beiträge zur Kenntnis der Syphilis der Wirbelsäule und der Basis cranii / von Karl Petrén.
- Petrén, Karl Anders, 1868-1927.
- Date:
- 1910
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Syphilis der Wirbelsäule und der Basis cranii / von Karl Petrén. Source: Wellcome Collection.
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![angegeben, daß die Syphilis der Wirbelsäule weitaus am öftesten in den Halswirbeln lokalisiert ist. Zahlenangaben kenne ich nur von Neumann. Er gibt nämlich an, daß ihm 36 Fälle von Syphilis der Halswirbelsäule (darunter 6, die ihm fraglich Vorkommen) aus der Literatur (bezw. aus eigener Erfahrung) bekannt sind, 9 Fälle mit Lokalisation in den Brust- wirbeln (1 Fall fraglich), 8 in den Lendenwirbeln (darunter 2 Fälle, die fraglich sind) und 2 im Kreuzbein. Bei meiner Untersuchung der Literatur (die keine Vollständigkeit beansprucht, da sehr viele von den Fällen aus der alten, nur schwer zugänglichen Literatur stammen; auch kenne ich viele Fälle nur aus Referaten) habe ich 3 Fälle von syphilitischer Affektion des Kreuzbeines, 4 der Lendenwirbel (oder zum Teil gleichzeitig auch der untersten Brustwirbel) und 6 Fälle von AfFektion der Brustwirbel gefunden. Was aber die Fälle betrifft, wo man mit größerer oder geringerer Wahr- scheinlichkeit eine syphilitische Affektion der Halswirbelsäule hat an- nehmen können, so habe ich zusammen mit meinen eigenen Beobach- tungen nicht weniger als 42 Fälle gefunden. Bei dieser Zusammenstellung habe ich diejenigen Fälle weggelassen, die ganz zweifelhaft sind, be- sonders viele ältere Fälle, wo die „Exostosen“ an den Wirbeln ange- nommen worden sind — oftmals scheinbar ohne andere Gründe, als daß man einmal von der Auffassung ausgegangen war, daß die Rücken- marksymptome bei Syphilis auf solche Exostosen zu beziehen wären. Einige Autoren haben über Fälle von kongenitaler Sy^philis mit syphi- litischer Affektion der Wirbelsäule berichtet, ich habe aber diese Fälle als von den sonstigen weit verschieden außer Betracht gelassen. Was die Fälle von syphilitischer Affektion des Kreuzbeines [Yvonen (nach Sottas zitiert), Lagneau fils (nach Jasinski zitiert), Westphal] betrifft, so finde ich, daß keine Einwände gegen die Deutung dieser Fälle zu erheben sind; ich gehe aber auf dieselben nicht näher ein, weil ihr klinisches Bild von demjenigen bei der in den sonstigen Teilen der Wirbelsäule lokalisierten Syphilis ganz verschieden ist. Wenn wir uns den Fällen von syphilitischer Affektion der Lenden - und Brustwirbel zuwenden, so habe ich es sehr auffallend gefunden, daß die Gründe für den syphilitischen Charakter der Caries bei der Mehrzahl dieser Fälle entweder ungenügende, oder die Diagnose sogar unwahrscheinlich gewesen ist — obgleich zwar sichere syphilitische Symptome an anderen Orten des Körpers bei den Fällen festgestellt worden sind. So ist in einem Fall von Fournier (nach Neumann bzw. Lang zitiert) bei Caries des 3.—5. Lendenwirbels käsige Massen in den Wirbelkörpern und ferner Senkungsabscesse von der Caries her beobachtet worden; auch ist die Spondylitis der antisyphilitischen Be- handlung gegenüber resistent gewesen. Ebenso hat Levot (nach Ja- sinski zitiert) einen als Syphilis gedeuteten Fall von Caries des 4. Lenden- wirbels, mit Senkungsabscessen kompliziert, mitgeteilt. Lomikowski (nach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22429074_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)