Vergleichend-diagnostischer Atlas der Hautkrankheiten und der Syphilide : einschliessend die der Haut angrenzenden Schleimhäute / von S. Ehrmann.
- Date:
- 1912
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Credit: Vergleichend-diagnostischer Atlas der Hautkrankheiten und der Syphilide : einschliessend die der Haut angrenzenden Schleimhäute / von S. Ehrmann. Source: Wellcome Collection.
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![die Veränderungen an den Händen und Füßen, in der Gegend der oberen Brustapertur, am Hals und Nacken — ich verweise nur auf das charakteristische Pigmentnetz, das sich mit dem matt gelblichen sklerodermatischen Hautnetz durchflicht —, die Erscheinvmgen an den Gelenken, den Sehnen und den tastbaren Arterien. Schwieriger ist vielleicht die Differentialdiagnose zwischen Atrophia cutis und Sclerodermia circumscripta. Beide können mit entzündlichen Flecken be- ginnen, aber die Erythemflecke bei der Sklerodermie sind länger akut, erythematös, nicht schuppend, bei der idiopathischen Hautatrophie mehr subakut, schärfer begrenzt und schuppend. Bei der Sclerodermia circumscripta geht aus dem Stadium der Hyperämie sofort das der gefäßarmen, gespannten, starren Sklerodermie hervor. Bei der Atrophie, wo kein Gefäßschwund vorkommt, folgt dem subakut entzündlichen Stadium ein solches der venösen passiven Hyperämie und Erschlaffung (Tab. XC, Fig. 2), nach welchem dann das End- stadium der dünnen, leicht faltbaren, zigarettenpapierähnlichen Hautatrophie mit „ Relaxationdessubl<utanenGe- web es den Prozeß beendet. Bei der Sklerodermie en plaques nimmt das Unterhautgewebe in der Weise teil, daß es straffer wird, die Haut straffer an der Unterlage haftet, oder es bleibt normal. Ferner zeigt die skleroderma- tische Partie, wenn sie noch so sehr dünn ist, bei dem Versuch, sie zu biegen, eine ]<artenblattartige Resistenz. Die zuweilen vorhandenen, schein- bar sklerodermatischen Veränderun- gen in einzelnen Fällen der Atrophia cutis unterscheiden sich auch klinisch von der wirklichen Sklerod ermie durch ihre gleichmäßig gelbbraune Farbe, das Venennetz, durch das gleichzeitige Vorhandensein und unmittelbare Zu- sammenstoßen schlaffer, faltbarer und knorpeliger, harter Hautstellen. Die letzteren sind oft inselförmig von ersteren eingeschlossen (Tab. XC, Fig. 1, 3) und nehmen später auch die schlaffe Be- schaffenheit an, werden leicht faltbar, dünn, zigarettenpapierähnlich. Ferner ist zu beachten, daß die umschriebene Sklerodermie entweder bloß mit vitiligoähnlicher Entfärbung ohne wesentliche Konsistenzveränderung der betreffenden Haut heilt oder mit einer glatten, gleichmäßigen, weißen oder leicht strahligen Narbe, während die Atrophie auch in den leichtesten Fällen mit der charakteristischen, feinfaltigen, zigarettenpapierartigen Hautveränderung mit Schlaffheit endigt. Die senile Atrophie der Haut beginnt bei verschiedenen Individuen zu verschiedenen Zeiten, selbst schon in der Mitte der Fünfzig. Die Haut wird derb, trocken, schilfert ab (Pity- riasis tabescentium), neigt zu schuppenden Ekzemen und ist dann stellenweise und zeitweilig gerötet Die Hautoberfläche ist runzelig, gefeldert, wie atrophische Ichthyosis bei abgemagerten Greisen. Sie ist gespannt, stellenweise matt glänzend, wenn der Pannicnlus reichlich ausgebildet Fig. 180. Striae atrophicae distensae (nach E. Lang, Lehrb Wiesbaden). Bergmann,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2199464x_0474.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)