Beiträge zur Mechanik der Herzbewegung / von Dr. Fr. Hesse.
- Hesse, Friedrich Louis, 1849-1906.
- Date:
- [1880]
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Credit: Beiträge zur Mechanik der Herzbewegung / von Dr. Fr. Hesse. Source: Wellcome Collection.
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![Die Mechanik der Verengerung und Erweiterung des Herzens. ziehen wir es jetzt die bisher gewonnenen Erfahrungen zur Erklärung des systolische]] Vorganges und der Erscheinungen zu verwenden, welche den Oebergang des contrahirten in den dilatirten Ventrikel kennzeichnen. Wir können uns den Querschnitt des linkin Ventrikels als aus zwei conoentrisehen mnscnlösen Ringen zusammengesetzt denken. Der ausser steht vorzugsweise ans Eüng- der innere ans Lämrsfasern und beide sind am Ende der Diastole schmal nnd gedehnt. Der äussere zieht sieh bei derCon- traction zu einem Ringe von kleinerem Umfange und grösserer Breit«' zu- sammen, ohne seinen Flächeninhalt zu ändern, sodass eine Flächendifferenz iwischen der Peripherie des dilatirten und der des contrahirten Querschnittes auf Kosten des Lumens entsteht, welches der dilatirte Bing einschloss. Bei diesem Vorgänge wird der innere, lungitudinalfasrige Ring in das Lumen der Höhle hineingetrieben und da er für die ihm jetzt gebotene Fläche zu - ist. legt er sich in Längsfalten, ganz wie es mit der Innenhaut des contrahirten Herzens geschieht. Dieser Faltung ist dadurch eine ganz be- stimmte Regelmässigkeit vorgeschrieben, dass schon im diastolischen Herzen die innere Längsmusculatur drei besonders starke Wülste bildet, die beiden Papillarmuskeln und den vorderen Längswulst; diese bilden auch bei der raction die Hauptvorsprünge, während sich die zwischen ihnen befind- lichen glatten Wandstücke in Form von kleineren Längswülsten in die Spalten hineindrängen, welche zwischen jenen übrig bleiben. Es erscheint also die Ringsmusculatur des Ventrikels als diejenige, welche recht eigentlich die Verengerung der Höhle hervorbringt, während die longitudinalen Fasern dazu nur wie ein Füllmaterial benutzt werden. Indessen ist die Rolle, welche die Längsmuskeln bei dem Torgange spielen, keineswegs eine ausschliesslich passive. Beim LTebergang der Ven- trikelform aus der halbkugligen in eine kegelartige wandeln sich dieLängs- n aus den Bogen in die ihnen entsprechenden Sehnen um, wobei sie eine nicht unbeträchtliche Aenderung ihrer Länge erfahren können. Ausser- dem aber liegt in der Combination der nach' beiden Richtungen hin wirkenden Fasern das Geheimmss, wesshalb die ganze Dickenzunahme, welche die Herzfasern bei ihrer Verkürzung erfahren müssen, der Ver- kleinerung der Ventrikelhöhlen zu Gute kommt. Eine Ringfaserschicht allein würde bei der Systole eine Verlängerung des Herzens zur Folge haben, eine reine Längsfaserschicht eine Verbreiterung. Da sich aber jetzt der letzteren die Ringfaserschicht widersetzt und da die Verlängerung, welche durch die Contractiun der Ringfasern erzeugt werden müsste, ihren Wider- stand in dem Zuge der Längsfasem findet, so bleibt für beide Faserarten nur ein Ausweichen in die Ventrikelhöhlung möglich.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21218900_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)