Vegetationsstörungen und Systemerkrankungen der Knochen / von Maximilian Sternberg ; mit 10 Abbildungen.
- Sternberg, Maximilian, 1863-1934.
- Date:
- 1899
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Credit: Vegetationsstörungen und Systemerkrankungen der Knochen / von Maximilian Sternberg ; mit 10 Abbildungen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Die Neubildungen waren theils knotenförmig, theils erfüllten sie die ganze Markhöhle. Ganz ähnlieh ist eine Beobachtung von Weber, welcher den Namen »Lymphadenomatosis« vorschlägt. Im Falle Weber1 s war eine sehr starke Kyphose vorhanden. Ewald sah nach einem Sturze auf die rechte Schulter sich eine grosse Geschwulst an dem rechten Schlüssel- bein entwickeln, bei welcher die Aftermasse auf die Brustmuskeln übergiff. Alle diese Fälle haben nach dem histologischen Befunde und dem sonstigen Verhalten viele Aehnlichkeit, so dass man in der That den Versuch machen kann, sie in eine eigene Gruppe zu vereinigen. Gemein- sam ist die multiple Verbreitung der lymphatischen Tumoren im Knochen- marke und das Fehlen von Metastasen. Anderweitige Schwellungen des lymphatischen Gewebes, insbesondere der Lymphdrüsen, sind nicht vor- handen, wodurch sich die Fälle von der Pseudoleukämie scheiden. Von dem gemeinsamen Bilde entfernen sich die Beobachtungen von v. Eu- sticky, Zahn und Ewald durch die Bildung von stark nach aussen wachsenden Geschwülsten und nähern sich eben dadurch mehr dem (bösartigen) Lymphosarcom. Ausser diesen zusammengehörigen Fällen haben manche Forscher noch so vieles Andere als »Myelom« bezeichnet, dass die ursprüngliche Bedeutung dieses Namens bei ihnen ganz verloren gegangen ist, und er eigentlich nichts anderes besagt, als »Geschwulstbildung im Knochen- marke«. Einiges der Art ist auf S. 37 und S. 38 erwähnt. Auch Marckwald belegte seine, histologisch vom echten Myelom ganz ver- schiedene Beobachtung (S. 38) »zur Kennzeichnung der klinischen Iden- tität« mit diesem Namen, was bereits Lubarsch als unzutreffend zurück- wies. Schlesinger fasste neuestens den Begriff noch weiter. Er zählt zum Myelom sogar Nasse's Beobachtung von multiplem periostalem Sarcom und den Fall von Pseudoleukämie von Schulz. Sehr schwierig zu deuten und ausserordentlich strittig sind zwei Fälle von Grawitz — der eine ist von Ehrlich klinisch beobachtet worden — und ein Fall von Litten. Der Fall II von Grawitz ist wohl am ehesten als Sarcom aufzufassen; wohin die beiden anderen einzureihen sind, lässt sich heute nicht entscheiden. Die Literatur verzeichnet noch zahlreiche Fälle, in welchen wohl die Diagnose der multiplen Knochenneubildung feststeht, aber die Art der Ge- schwulst nicht genau bestimmt werden kann, weil eine histologische Unter- suchung nicht vorgenommen oder nicht veröffentlicht wurde. Leider ist darunter manches klinisch Interessante und sonst gut Beschriebene, so die Beobachtungen von Dubreuil (der älteste Fall multipler myelogener Tumoren), Eampold, der berühmte Fall von Bence Jones-Macintyre-Dalrymple1), ]) Diese Beobachtung wird sehr oft eitirt, aber gewiss nur selten gelesen. Denn sie wird gewöhnlich mit Bedauern unter die Fälle ohne genaueren Befund eingereiht daher man angeblich nicht entscheiden könne, ob es Osteomalacie oder Knochen- geschwulst gewesen sei. In Wirklichkeit ist aber ein sehr guter Obductionsbericht vor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21079055_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)