Das athenische und das spartanishce Erziehungssystem im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. : ein Vergleich / von Dr. Phil. Nikolaus Exarchopulos.
- Exarchopulos, Nikolaus Iōannou, 1873-
- Date:
- 1909
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![Diese Teilnahme vieler Väter an der ersten Erziehung ihrer Kinder bestätigt uns Theophrast1), indem er den Vater tadelt, welcher die Angewohnheit hat, das Kind von der Amme zu nehmen, und selbst anfängt demselben vorzu- kauen und ihm Essen zu geben, oder mit der Zunge zu schnalzen und Kindergeschwätz mit demselben zu treiben. Aber mit dem Aufsteigen des Alters des Knaben scheint es, daß auch die Einwirkung des Vaters auf seine Erziehung immer unmittelbarer wurde und seine Teilnahme an dieser reger, und seine Interesselosigkeit sogar wurde getadelt.2) So finden wir bei Plato3): »Ich wüßte nicht, was einem verständigen Manne mehr am Herzen liegen könnte, als sein Sohn, daß dieser so wacker wie möglich werde.« Und in der Tat erteilten viele Väter ihren Kindern selbst den Unter- richt, wie es vom Sophilos dem Vater des Redners Antiphon bezeugt wird.4) Der Schriftsteller der kleinen Schrift »nty'i rjulÖLou äywyrig« bietet den Vätern kostbare Ratschläge für die Erziehung ihrer Kinder. Im allgemeinen gilt folgendes: Der Schwerpunkt der Einwirkung der Mutter auf die Erziehung ihrer Kinder fällt, in ihre ersten Lebensjahre, in denen sie zu Hause blieben. Aber von der Zeit an, wo diese die Schule zu besuchen beginnen, vermindert sich diese Einwirkung immer mehr, während gerade das Gegenteil mit der Einwirkung des Vaters geschieht; denn, während sie in den ersten Lebensjahren der Kinder unbedeutend ist, wächst sie von der Zeit des Schul- besuches an ständig. 3. Amme (Tit&t]). Sehr früh treffen wir in Athen die Ammen, welche die Mütter ersetzen. Die Gewohnheit des Säugens der Kinder durch Ammen war allgemein, und jede wohlhabende Familie hielt sich solche, obschon Proteste dagegen nicht fehlten.5) 4. Wärterin (Tid-qvij oder Tgocpog). War das Geschäft der Amme beendet, so trat die eigentliche Wärterin und Er- zieherin des Kindes ein. Die Pflichten dieser Frauen waren viele. Sie wiegten das Kind in ihren Armen, bis es in Schlaf fiel, dann legten sie es in das Bett. So oft die Kinder *) Charakt. 20. *) (Pliäarch), »Erziehung der Kinder.« § 13. a) Theag. 127, E. Vergl. 122, B. 4) Pkilostr., Vit. Soph. 15. S. 211. Kays. 5) (Plutarch), »Erzieh, der Kind.« § 5.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2485976x_0077.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


