Ueber die chirurgische Behandlung der Hirn- und Rückenmarkstumoren / von A. Freih. v. Eiselsberg und E. Ranzi.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- [1913]
Licence: In copyright
Credit: Ueber die chirurgische Behandlung der Hirn- und Rückenmarkstumoren / von A. Freih. v. Eiselsberg und E. Ranzi. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
18/162 (page 16)
![und ]Jr. K. Ranzi, Keactionsloser Verlauf. Heilung p. pr. Die unmitlelbar nach der Operation eingetreteno linksseitige Facialis- lähmung ist beim Austritt aus der Klinik vollkommen verschwunden. Es besteht seit der Operation eine schialle J.ühmung der linken oberen Extremität, die sich langsam bessert; dagegen ist die Lähmung der linken unteren Extremität recht rasch zurückgegangen. Sehvermögen gebessert. Augenspiegelbefund (Priv.-Doc. Dr. La über): liechte und linke Papille sind verwaschen. Ke- fractionsdilTerenz 2 D. 20. 5. 1913 (nach 2 Jahren). Nach Bericht des Mannes der Pat. (Arzt) verrichtet die Pat. die häuslichen Arbeiten so wie früher, sie schleift den linken Fuss etwas nach, ist jedoch im Gehen nicht weiter gehindert. Parese der oberen Extremität bessert sich, Zuckungen in der linken oberen Extremität nur mehr selten. Spasmen im 4. und 5. Finger. Psycho intakt. Sehvermögen normal. 14. Dr. Rudolf M., 25 Jahre alt. Zugewiesen von Prof. Marburg am 3. 11. 1911. Diagnose: Tumor der linken Centralwindung. Zweizeitige Exstirpation eines Endothelioms der Dura daselbst. Fascien- plastik. Seit 1 i/o Jahren geheilt. Vor einem Jahre erlitt Pat. einen epileptischen Anfall, nach 3 Monaten wieder einen Anfall, der sich dann in kürzeren Intervallen 10 mal wiederholte. Zuerst Versagen der Stimme, dann Krampf in der rechten oberen Extremität, dann universeller Krampf, während der ganzen Zeit Bewusstlosigkeit. Seh- schärfe nicht verändert, ln letzter Zeit ist Pat. mit seiner rechten Hand etwas ungeschickter. Beim Antworten nach Fragestellungen scheint eine leichte Verzögerung des Gedankenganges zu bestehen. Antwort wird nach einigem Zögern aber richtig gegeben. Neigung zum Schlafen. Klopfempfindlich- keit in der linken Schläfengegend, auch geringer Schallunterschied. Patellar- und Achillessehnenreflex rechts gesteigert. Bauchdeckenreflex rechts herab- gesetzt. Augenbefund: beiderseits Stauungspapille, circa 2 D, rechts Ab- blassung. Ohrenbefund normal. 14. 11. Operation (v. Eiseisberg). 1. Act: Osteoplastische Auf- klappung über der linken motorischen Region. Im oberen Wundwinkel ist eine gelbliche Vorwölbung durch die Dura deutlich sichtbar. Die Resistenz ist hier stark vermehrt. Zurückklappen des Lappens. 21. 11. (nach 7 Tagen) 2. Act. Herunterklappen des Lappens. Die obere Gegend der vorderen Centralwindung wird von einem derben, gelblich rothen, über kindsfaustgrossen, anscheinend von der Dura ausgehenden Tumor einge- nommen, der das Gehirn comprimirt, ohne darauf überzugreifen. Der lumor wird mit dem Finger stumpf entwickelt. Um den inneren oberen Rand desselben zu erreichen, wird an dieser Stelle der Knochen weggenommen, so dass der Sinus longitudinalis freiliegt, derselbe wird doppelt umstochen und die Dura im Be- reiche des Tumors resecirt. Deckung des Duradcfectes mit einem Fascien- lappen. Zurückklappen des Deckels. Im Wundverlauf Bildung einer Liquoi* fistel, am 15. Tage geschlossen. Heilung p. pr.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441542_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)