Geschichte der jüdischen ärzte vom frühesten mittelalter bis zur gleichberechtigung / preisgekrönte arbeit von prof. dr. Samuel Krauss ... durchgesehen von dozenten dr. Isidor Fischer.
- Samuel Krauss
- Date:
- 1930
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte der jüdischen ärzte vom frühesten mittelalter bis zur gleichberechtigung / preisgekrönte arbeit von prof. dr. Samuel Krauss ... durchgesehen von dozenten dr. Isidor Fischer. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Christen204) durch ihre Arzneien aus dem Weg zu schaffen205). Die Folge dieser Eingabe war, daß Kaiser Mathias den Juden die innerlichen Behandlungen verbot, „Juden, Wiedertäufern, Zant- prechern, Landfahrern, Tyriakcramern, Kreutlern, Wurzelgrabern, auch alten Weibern ist es verboten, innerliche Medikamente zu verordnen”206). Nur Hebammen sollten im Falle der Not eine Aus¬ nahme machen. Eine rechtliche Regelung seit dieser Zeit kennen wir über ein Jahrhundert nicht. Erst am 8. Sept. 1753 er floß eine Resolution: „den jüdischen Aerzten, Chirurgen, Apothekern, Badern und Hebammen wird die Ausübung ihres Berufes auch unter Juden verboten”. Am 15. Sept. 1708 wird, verfügt, daß ohne Approbation der medizinischen Fakultät niemand in und vor der Stadt Wien innerlich kurieren dürfe (Kink Nr. 103). Aehnlich 14. Februar 1750: nur die von der medic. Fac, Approbierten (Aerzte, Wundärzte, Bader, Hebammen) haben das Recht, in Wien zu praktizieren (das. Nr. 128). Vgl. noch 30. Jan. 1773 (das. Nr. 167). Es war dies ein Erfolg van Swietens, der seit 1745 Leibarzt der Kaiserin und seit 1749 Direktor der medizini¬ schen Fakultät war; er starb 1772. Seine in französischer Sprache abgefaßte Eingabe207) an die Kaiserin behandelt den Gegenstand ausführlich, aber sie gewährt uns trotzdem nur wenig Ausbeute über den Stand der Frage. Er beruft sich zuvörderst auf das Bei¬ spiel Hollands, seines Vaterlandes, wo zwar die Juden günstig gestellt seien und sogar mehr Rechte als die Katholiken hätten, dennoch aber ihnen nicht erlaubt sei, Chirurgen oder Bader zu sein, selbst in ihrer Nation nicht. Der Grund sei klar: die jüdi¬ schen Chirurgen seien sehr unwissend. Hebammen ihres Stam¬ mes hätten sie nicht nötig, denn sie werden von christlichen Hebammen bedient. Umso weniger dürfe man die Apotheke den Juden anvertrauen, denn dieses Volk sei ewig geneigt zu be- 2,°4) Zu Ausdruck und Vorstellung weiter u. Hörnigk und Scliudt. 2!°5) G. Wolf, Jubelfeier S. 80. Vgl. Mfeynert], Die Aerzte Wiens in früheren Jahrhunderten, in Wiener Abendpost. 1872, Nr. 180, 181. 206) G. Wolf a. 0. 81. Vgl. auch dessen „Zur Gesch. d. j. Aerzte in Oest.” in MGWJ XIII. (1864) 194 f. Derselbe: J. Aerzte in der vorjo- sefin. Zeit in Wien, in Blätter des Vereins f. Landeskunde von N.-Oe. 19 (1885) 491—495. 2'07) Abgedruckt bei Wolf a. O. 82 f., jetzt auch bei A. F. Pri- bram, Urkunden und Akten zur Gesch. der Juden in Wien (Wien und Jieipzig 1918), I. Teil, 1526 bis 1847, Nr. 162.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31349730_0095.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)