Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![zugleich beginnt schon der Schorf sich teilweise zu lösen und es kommt dann durch die damit einhergehende, ulzerative Er- öffnung des Cornealgewebes zu Komplikationen, welche weiter- hin die Reinheit der Beobachtung stören. Es sind dies dieselben Komplikationen, welche von vornherein eintreten, wenn man ein Stück der Hornhaut exzidiert, oder wenn man einen Faden durch dieselbe irgend[19]wo durchzieht; grade so aber, wie ich selber erst im Laufe der weiteren Untersuchung dazu gelangt bin, mir Rechenschaft geben zu können über diese eigentümlichen Vorgänge, so muß ich auch den Leser um die Erlaubnis bitten, die Erörterungen derselben bis später verschieben zu dürfen. Ich hoffe dann auch den Einwürfen begegnen zu können, welche etwa seitens der Augenärzte gegen meine Darstellung vom Ver- laufe der Keratitis, auf Grund klinischer Erfahrungen sollten erhoben werden. Jedenfalls hatte aber hiernach die Annahme, daß bei der Keratitis die Eiterkörperchen von außen her in die Hornhaut einwanderten, eine unverkennbare Berechtigung. Um so lieber aber habe ich an diesen Gedanken den Faden der weiteren Untersuchung angeknüpft, als sich hier ein fruchtbarer Boden für weitere Experimente darbot, während ich wenigstens keine Aussicht sah, dem zweiten, oben als möglich bezeichneten Modus der Entwickelung der Eiterkörperchen aus den präexistierenden wandernden Elementen, durch den Versuch oder die Beobachtung näher beizukommen. Es lag nämlich nahe, dasselbe Verfahren anzuwenden, dessen sich Recklinghausen bediente, als er die Lymphkörperchen kenntlich machen wollte, welche er in eine abgestorbene Hornhaut einwandern ließ^), d. i. der Fütterung derselben mit Partikeln eines unlöslichen Farbstoffs. Man kann zu dem Ende frisch aus der ammoniakalischen Lösung durch Essigsäure gefällte Carminsäure, man kann fein verriebene Sepia- farbe, man kann recht gut auch das schwarze Pigment melano- tischer Geschwülste benutzen, wie es ohne besondere Mühe und ziemlich rein in großen Massen aus den Melanosen der Schimmel sich gewinnen läßt; als den bei weitem zweckmäßigsten Farb- stoffs habe ich indes Anilinblau befunden, das ich mir, nach dem Rate meines Freundes Dr. Martins, frisch aus der alko- holischen Lösung mittelst eines großen Überschusses von Wasser ausfällt^. Der so gebildete Niederschlag ist außerordentlich 1) a. a. 0. S. 184.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)