Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Zellen betrifft, so steht sie im allgemeinen wohl im Einklänge mit der Masse des eingeführten Farbstoffes; hat man nur einmal etwa einen oder zwei Kubikzentimeter des aufgeschwemmten Anilinblau [22] injiziert, so wird man immer nur in sehr wenigen der Eiterkörperchen blaue Körnchen finden; verfährt man da- gegen so, daß man an mehreren Tagen hintereinander, jedes- mal in verschiedene Lymphsäcke, größere Quanta der gefärbten Flüssigkeit einbringt, so kann man es dahin bringen, daß der zehnte bis zwölfte Teil der Eiterkörperchen in der entzündeten Hornhaut Farbstoffkörnchen enthält. So sicher und unzweideutig hieraus hervorgeht, daß ein Teil der Eiterkörperchen in der Keratitis von außen in die Hornhaut hineingelangt, so wenig lassen sich daraus zweifellose Schlüsse über den Weg derselben herleiten. Denn einesteils könnten die Körperchen direkt aus den Lymphwegen aus-, bezw. eingewandert sein, und es würde dann die Aufgabe sein, den Lymphbahnen nachzuforschen, welche die Höhlen der Lymph- säcke mit dem Gewebe der Cornea in Verbindung setzen. Indes spricht hiergegen der Umstand, daß, wie ich mich durch be- sondere Versuche vielfältig überzeugt habe, es für den beab- sichtigten Erfolg vollkommen gleichgültig ist, ob man das Anilin- blau in den Lymphsack des Kopfes oder Rückens oder in den des Bauches oder selbst der Unterschenkel injiziert; sobald nur die Menge der eingebrachten Flüssigkeit eine beträchtliche ist, so kann man immer sicher sein, einer nicht unerheblichen Zahl durch blaue Körnchen charakterisierter Zellen in der Hornhaut zu begegnen. Hiernach lag es nahe, eine indirekte Bahn, so zu sagen, einen Umweg zu vermuten, auf welchem die Körper- chen aus den Lymphsäcken in die Hornhaut gelangten, und von selbst drängte sich hier der Gedanke an die Blutgefäße auf. Denn körperliche Elemente, welche in die Lymphsäcke des Frosches eingeführt werden, dringen, wie dies schon Reckling- hausen in seiner Schrift „die Lymphgefäße und ihre Beziehung zum Bindegewebe“ S. 22 beschrieben hat, sehr leicht in die Blutgefäße hinein. In der Tat habe ich meist schon an dem- selben Tage, jedenfalls in steigendem Maße in den folgenden, nachdem ich Anilinblau in einen Lymphsack gespritzt hatte, blaue Körnchen in jedem Tropfen Blutes gefunden, welchen ich direkt aus dem Herzen oder aus einer beliebigen Vene, z. B. einer der großen an der Zungenbasis verlaufenden Venen, entleerte. Die bei weitem meisten farbigen Körnchen lagen, ganz gewiß](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)