Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![fein ausgezogenen Glasröhre ohne alle Schwierigkeit sich aus- führen läßt und von den Tieren ohne allen Schaden vertragen wird. Der Erfolg nach diesen Injektionen, bei denen selbst- verständlich jedes Extravasat ausgeschlossen werden muß, ist nun vollkommen übereinstimmend mit dem nach der Einspritzung in die Lymphsäcke. In kurzer Frist nimmt eine bedeutende Anzahl weißer Blutkörperchen Farbstoffkörnchen in ihrem Innern auf. Und während man niemals, selbst wochenlang nach diesen Injektionen, sobald sie reinlich ausgeführt worden, in den nor- malen Geweben Farbstoffkörnchen frei oder innerhalb von Zellen antrifft, so treten sofort bei einer, wie auch immer erzeugten Keratitis eine mehr oder weniger große Menge von Eiterzellen auf, welche durch Farbstoff’körnchen kenntlich sind. Der Schluß, den ich aus diesen beiden sich in wünschenswerter Weise er- gänzenden Versuchsreihen gezogen, liegt auf der Hand: etliche Eiterkörperchen in der entzündeten Hornhaut sind vor- her farblose Blutkörperchen gewesen, sie sind aus den Blutgefäßen in die Hornhaut hineingedrungen. Ich hoffe, der Leser wird gern darauf verzichten, daß ich an dieser Stelle die Frage diskutiere, in welcher Weise man sich die Möglichkeit der Fortbewegung, der Wanderung der Eiter- körperchen in dem Gewebe der Cornea zu denken habe. Nach- dem Recklinghausen in seinem mehrzitierten Aufsatze alle Argumente dafür zusammengestellt hat, daß die Lymphkörper- chen sich nirgend Wege bohren, daß sie nicht auf ungebahnten“ Straßen vorwärts rücken können, kann man darüber ja nicht in Zweifel sein, daß auch in der Hornhaut Spalten, Lücken, Kanäl- chen oder wie man es nennen will, jedenfalls präformierte Räume sein müssen, in welchen die Eiterkörperchen sich fortbewegen, und es kann getrost einem jeden überlassen bleiben, welcher der darüber geäußerten Ansichten er sich an schließen will. Was übrigens mich selbst anbetritft, so bekenne ich bereitwillig, daß ich, trotz aller dagegen erhobenen Einwendungen, doch die Recklinghausensche Lehre von den Saftkanälchen im Binde- gewebe als die best begründete ansehe. Daß mittelst der Silber- O O methode die Recklinghausen sehen Bilder gewonnen wer- den, das liegt natürlich außerhalb jeder Diskussion, und auch Schweigger-Seidel wird, wie ich nicht zweifle, bei seiner bekannten Geschicklichkeit diese Bilder in [25] tadelloser Schärfe erhalten, sobald er sich genau an die Vorschriften des Er- finders der Methode hält, statt durch willkürliche und nicht](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)