Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![die Aufmerksamkeit gelenkt hat, und welchen man seitdem mit dem Namen des Axenstroms zu belegen gewohnt ist. Es füllt eben bekanntlich die rote Blutsäule das Lumen des Ge- fäßes nicht vollständig aus, sondern auf beiden Seiten bleibt zwischen ihr und der inneren Kontur der Gefäßwand ein un- gefärbter Saum von wechselnder, im allgemeinen aber ungefähr 0,01 mm messender Breite, in welchem man niemals ein rotes Blutkörperchen, äußerst selten auf kurze Weile ein farbloses auftauchen sieht, und in dem daher lediglich Plasma Üießt. Das vierte und bei weitem auffallendste Kennzeichen des arteriellen Stroms ist endlich die Pulsation. Selbst in sehr kleinen Arterien erkennt man noch jede Systole des Heri^ns, und zwar, wie dies schon von Anderen, z. B. von Donders, ganz richtig hervor- gehoben ist, weniger an einer etwaigen Ausdehnung des Ge- fäßes, als an der rhytmischen Beschleunigung und Verlangsamung des Blutstroms ^); es ist, als ob die Blutsäule immer einen kräftigen Stoß bekomme, der sie von neuem fortreißt. Von den hier aufgeführten Gesichtspunkten aus betrachtet, verhält sich nun die Zirkulation in den Venen in folgender Weise. Die Richtung ist die der arteriellen entgegengesetzte, vom Darm gegen die Wurzel des Gekröses. Die Stromge- schwindigkeit ist er[33]heblich geringer, als in den Arterien, man beginnt von den einzelnen Blutkörperchen eben verwaschene Umrisse zu erkennen. Alsdann hat auch hier der Strom zwar einen axialen Charakter; indes für einmal ist die Breite des ungefärbten Saums gewöhnlich etwas geringer, ganz besonders aber zeichnet es den letzteren in den Venen aus, daß hier regel- mäßig von Zeit zu Zeit einzelne farblose Blutkörperchen in ihm erschienen, welche langsam vorrücken, auch wohl einmal eine kurze Zeit ganz still stehen, dann wieder weiter geschoben wwden u. s.f.; man kann eine Vene nicht zwei bis drei Minuten beobachten, ohne daß nicht wenigstens 8—10 farblose Körper- chen das Gesichtsfeld passierten. Von einer Pulsation, einer stoßweisen Bewegung endlich ist natürlich in den Venen gar nichts zu sehen, die Strömung ist eine ganz gleichartige, kon- tinuierliche. Von beiden abweichend und in jeder Beziehung unregel- mäßig und schwankend stellen sich weiterhin die Kapillaren dar. Es gibt im Mesenterium deren, die weit genug sind, um 1) Vgl. Donders Physiologie, übers, v. Theile. 2. Aufl. S. 131.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)