Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![farblosen Blutkörperchen sich mit solcher Konstanz [48] in der Randzone der venösen Gefäße anhäufen. Um aber diesem Umstande einigermaßen beizukommen, erscheint es nötig, vorerst die normalen Verhältnisse von diesem Gesichts- punkte aus einer Erörterung zu unterziehen. Wir haben bereits oben gesehen, wie auch während des normalen Kreislaufs in der von roten Blutkörperchen freien, Plasma führenden Randschicht der Venen regelmäßig einzelne farblose Blutkörperchen erscheinen und mit langsamer Geschwin- digkeit fortgeschoben werden. Für dieses eigentümliche Ver- hältnis sind verschiedene Erklärungen beigebracht worden. Man hat den farblosen Blutkörperchen eine besondere Klebrigkeit vindiziert, durch welche sie der Gefäßwand mit einiger Zähig- keit anhaften sollten, man hat ferner gerade den gefärbten Blutkörperchen eine gewisse Attraktion zu einander zugeschrieben, welche die weißen zwinge, das Feld zu räumen und sich auf die Seite zu flüchten, man hat endlich in der größeren, zwar nicht spezifischen, aber absoluten Schwere der — doch nur bei den Säugetieren größeren! — weißen Blutkörperchen den Grund dafür gesucht. Indessen keine dieser Annahmen kann, wie eine genauere Erwägung der Verhältnisse sogleich zeigt, als genügend angesehen werden; und ich selbst kenne nur eine Erklärung, welche, soweit ich sehe, ziemlich allen Anforderungen gerecht wird, d. i. diejenige, welche Bonders darüber aufgestellt hat*). Darnach wird, da nach der Achse des Gefäßes hin die Strom- geschwindigkeit zunimmt, das kuglige weiße Blutkörperchen in seiner der Achse zunächst befindlichen Hälfte von einem rascheren Strome getroffen, als in der von jener abgewendeten; das Körperchen erfährt daher nicht bloß eine Fortbewegung in der direkten Stromesrichtung, sondern zugleich eine Achsen- drehung, unter welchen beiden es, wie unschwer einzusehen, schließlich gegen die Peripherie des Gefäßes hin bewegt werden muß. Die abgeplattete Gestalt der roten Blutkörperchen da- gegen, welche, wie man sich aufs Evidenteste beim Frosche überzeugen kann, immer mit dem Längsdurchmesser parallel der Gefäßachse sich fortbewegen, bringt es mit sich, daß au ihnen der Strom immer gleichzeitig nur eine sehr schmale Kante trifft, mithin eine Achsendrehung nicht eiuzutreten braucht. Nur [49] auf diese Weise wird, wie mir scheint, auch die 1) Physiologie, übers, v. Th eile. 2. Aufl. S. 135.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)