Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![befindlichen und in dieser herangeschwemmten Zellen die ganz überwiegend große Majorität, gegenüber denen, welche aus dem Innern des Gefäßes hervortauchen und erst unter den Augen in die Randschicht sich hineinbegeben. Von den letzteren bleibt aller- dings nichts weiter übrig, als anzunehmen, daß es verschleppte Nach- zügler sind, die aus irgend einem Grunde in den axialen Gegenden der Vene zurückgehalten worden und jetzt erst die Möglichkeit ge- wonnen hatten, frei den eigenen Bewegungsimpulsen zu folgen. Zugunsten der vorstehend entwickelten Auffassung spricht in, wie mir scheint, beachtenswerter Weise das Verhalten jener eigentümlichen Stellen in den Arterien, deren Betrachtung wir uns bis zu einem späteren Augenblicke verschoben hatten. Es waren dies, wie der Leser sich erinnern wird, Stellen, an denen sich, ohne erkennbare äußere Ursache, das Lumen der Arterie in sehr beträchtlichem Maße verengerte, während unmittelbar vor demselben, nach dem Herzen zu, meistens das Gefäß eine gleichfalls nur lokale, sehr erhebliche Erweiterung zeigte; und ich habe auch schon oben angeführt, daß diese Unregelmäßigkeiten sehr lange andauern und vielleicht erst nach mehreren Stunden, scheinbar ebenso grundlos, wie sie gekommen, verschwinden können. In diesem beschränkten Bezirk einer plötzlich ein- tretenden und endenden, dabei so bedeutenden Dilatation erleidet begreiflicher Weise der Blutstrom eine ganz gewaltige Verlang- samung; auf das Bequemste erkennt man gewöhnlich die einzelnen Körperchen, und wiederholt habe ich die Bewegung in diesem Abschnitte der Arterie augenscheinlich langsamer gesehen, als selbst in einer benachbarten Vene. Und während überall sonst in der Arterie die Pulsation, wie wir gesehen, der ruhigen Lagerung von Zellen in der Randschicht im Wege ist, darf man in eben diesem Abschnitt, in welchem auch, aus naheliegenden Gründen, der PulsefTekt nur zu sehr geringer Geltung kommen kann, falls nur die Verengerung bezw. Erweiterung lange genug anhält, mit Sicherheit darauf rechnen, daß nach einiger Zeit die weißen Blutkörperchen sich in [51] der Randschicht ansammeln. Zwar pflegt die Anhäufung gewöhnlich nicht eine so dichte und gleichmäßige zu werden, wie in den Venen, indes habe ich doch bisweilen ein nahezu vollständiges Lager farbloser Zellen die innere Wand der Arterie in diesem Bezirke austapezieren ge- sehen. Soviel ich urteilen kann, erklärt sich dies recht srut aus der oben vorgetragenen Überlegung, die mithin, wie gesagt, wieder darin ihre Stütze findet.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)