Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke.
- Julius Friedrich Cohnheim
- Date:
- 1914
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Credit: Über Entzündung und Eiterung / Julius Cohnheim ; eingeleitet von Rudolf Beneke. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Was ich selbst damals und mit mir Andere vermuteten, daß näm- lich das Epithel nichts mit der Zellbildung zu tun habe, sondern lediglich, wenn überhaupt, durch Abstoßung zugrunde gehe, das hat die jetzige Untersuchung erwiesen. Wie oben hervor- gehoben, geschieht die Infiltration des Mesenterium mit weißen Blutkörperchen bei der Entzündung in ganz gleicher Weise bei versilbertem Epithel, und mehr noch, selbst wenn ein bloß- ffelecrtes Mesenterium sich bereits mit unzähligen farblosen o O o Körperchen bedeckt, ja. wenn bereits eine dünne fibrinös-zeilige Schicht es überzogen hat, so gelingt es doch noch sehr häufig, nach sorgfältiger Entfernung der letzteren, [61] darunter mittelst Höllen- stein das Epithel zum Vorschein zu bringen. Zu gleichem Resultate ist übrigens auf ähnlichem Wege auch schon Oedmanson ge- kommen^), und auch Rindfleisch wird wohl heute seine damalige Ansicht von der direkten Transformation der Epithel- zellen in Eiterkörperchen kaum noch aufrecht erhalten. Wir dürfen hier die Schilderung von der Entwickelung und dem Verlaufe der Peritonitis abbrechen, und zwar um so eher, als in den meisten Fällen der Frosch eine so weit ge- diehene Entzündung nicht überlebt. Allerdings habe ich in seltenen Fällen ein Tier sich noch erholen sehen, nachdem schon eine dicke zellenreiche Pseudomembran beide Flächen des Mesen- teriums und den Darm überzogen und ich Darm und Gekröse, gleichgültig ob mit der Pseudomembran oder nach Abstreifung der letzteren, wieder in die Bauchhöhle zurückgebracht hatte; so vollständig restituierten sich dann die Frösche, daß man ihnen später in keiner Weise anmerken konnte, daß sie eine Peritonitis durchgemacht, was übrigens regelmäßig geschieht, wenn man den Prozeß früher unterbricht, die Eingeweide reponiert und die Bauchhöhlen wunde schließt. Dies beiläufig; unsere Darstellung des Verlaufes der Peritonitis aber, sage ich, dürfen wir hier abschließen, nachdem wir den Prozeß durch alle seine Phasen, von dem Mohiente an, wo das zarte und durchsichtige, ganz normale Mesenterium mit der Bauchhöhle hervorgezogen wurde, bis dahin begleitet haben, wo es nicht bloß in seinem Gewebe durchsetzt ist von dichtgedrängten kontraktilen, mehr- kernigen Zellen, sondern wo auch eine mehr oder weniger dicke zellenerfüllte fibrinöse Schicht beide Flächen desselben überzieht. Denn mittlerweile hat natürlich die Transsudation von Plasma aus den Gefäßen auch nie aufgehört, ja ohne Zweifel, wie bei 1) Dieses Archiv Bd. XXVIII. S. 308. 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29007793_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)